Willkommen, Bienvenue, Welcome - mit diesen gesungenen Worten begrüßten die beiden Moderatorinnen des Abends, Claudia Anhut und Anja Buchdrucker, die vielen Besucher zur Show "Step the Night", zu der die Kulmbacher Treble Tappers am Samstag in die Alte Spinnerei eingeladen hatten. Im dreistündigen Programm erhielten die Zuschauer Einblick in die Welt des irischen und amerikanischen Stepptanzes. Sie ließen sich von schönen Melodien und flinken Füßen verzaubern und nahmen auch noch allerlei Hintergrundwissen mit nach Hause.

Die Ursprünge

Wo der traditionelle irische Set-Dance überhaupt seine Ursprünge hat: in der französischen Quadrille der Renaissance, die die Iren zu einer schnelleren Variante abgewandelt haben. Und wie so eine Quadrille um 1670 ausgesehen hat, zeigte in eindrucksvollen Kostümen eine der beiden Gasttanzgruppen, das Spettacolo Cortigiano aus Bayreuth.

Packend

Auf die eher ruhigere Quadrille folgte sogleich der quirlige Set-Dance von den Treble Tappers, der das Publikum ordentlich mitriss. "Die irische Musik ist einfach wunderschön und packend", sagte die Choreografin und Trainerin der Tanzgruppe, Elisabeth Masching, die mit der irischen Musik quasi aufgewachsen ist. "Meine Brüder haben diese Musik gemacht." Und so war es auch nur eine Frage der Zeit, bis Elisabeth Masching, nachdem sie den traditionellen amerikanischen Stepptanz gelernt hatte, 2002 eine Ausbildung zum "Irish Dance Instruc tor", also zur Lehrerin für irischen Tanz, absolvierte.

27 Tänzer

Seither bringt sie im 1. Stepptanzverein Kulmbach Mädchen, Frauen und Männern das Stepptanzen bei. Die Nachfrage ist groß. 27 Tänzerinnen und Tänzer haben über ein halbes Jahr für diese umfangreiche Show am Samstag geprobt. Darunter auch die zwölfjährige Romana Hofmann, die seit fünf Jahren dabei ist. Über ihre Mutter sei sie zum Stepptanz gekommen, und das habe ihr so gut gefallen, dass sie es auch lernen wollte, sagte sie.

Schauspielerisches Talent gefragt

Auf der Bühne zeigten die Tänzerinnen und Tänzer dann ein abendfüllendes, abwechslungsreiches Programm, von sanften irischen Tänzen in "Soft Shoes", bei denen die Tänzerinnen leichtfüßig über den Boden hüpfen, über folkloristische Klassiker wie "Lord of the Dance" bis hin zum amerikanischen Stepptanz, bei dem vor allem auch eine Portion schauspielerisches Talent gefragt ist.

"Der amerikanische Stepptanz ist Show", erklärte Roswitha Kintzel, die mit ihrem Mann Werner dieses gemeinsame Hobby seit 2002 betreibt. Als Roswitha ihren Mann damals informiert hat, dass man in Kulmbach jetzt Stepptanz lernen kann, war der sofort dabei. "Da war ich ganz schön verblüfft, dass er das auch lernen wollte", sagte Roswitha Kintzel. "Warum nicht? Stepptanz macht Spaß, hält geistig und körperlich fit", sagte ihr Mann.
Freude, Talent und Begeisterung zeigten auch zwei andere junge Damen. Veronika Hereth und Rosalie Ratz, die tänzerisch ihre ersten Schritte bei den Kulmbacher Treble Tappers gemacht haben, mit dem Studium aus Kulmbach weggezogen sind und inzwischen ebenfalls eine Ausbildung zum Irish Dance Instructor gemacht haben.

Ein tolles Duett

Dass sich diese Ausbildung gelohnt hat, wurde bei einem Duett deutlich, das sie während ihrer Tanzausbildung einstudiert haben. Ebenso großen Applaus erntete die zweite Gasttruppe. "Dance D'Lite" nennen sich die fünf jungen Mädchen vom Kreisjugendring, die mit einem Streetdance und gekonnt akrobatischen Einlagen aus dem Breakdance aufwarteten. "Wir trainieren ein Mal wöchentlich mit Jessica Pflieger im Juz", sagte Miriam Schnapp. "Alle Mädchen ab 15 Jahren, die gerne tanzen, sind herzlich eingeladen, bei uns mitzumachen."
Eines hat die Show am Samstag vor allem vermittelt: Tanzen, insbesondere der Stepptanz, macht riesigen Spaß, sorgt für gute Laune und hält fit. Wer bei "Step the Night" auf den Geschmack gekommen ist, informiert sich über Kurse oder weitere Termine am besten unter www.trebletappers.de.