Die Naturbühne hat bereits die Winterpause beendet, obwohl der Winter noch gar nicht richtig angefangen hat. Aber: "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel". Diese alte Fußballweisheit gilt in diesem Fall auch für die Theaterbranche.


Vorverkauf läuft seit 1. Oktober


Viel Zeit, sich auf den Lorbeeren der Saison 2016 auszuruhen, hatten die Verantwortlichen der schönsten deutschen Amateurtheater-Naturbühne nicht. Sie waren bei der Auswahl geeigneter Stücke und bei der Verpflichtung der Regisseure früh gefordert. Schließlich läuft bereits seit 1. Oktober der Vorverkauf.

Bei der Programmgestaltung ist die Naturbühne ihrer seit Jahrzehnten bewährten Philosophie treu geblieben. "Wir bieten wieder ein Kinder-, ein Volks-, ein besonderes Stück und einen Klassiker an", so Vorsitzender Siegfried Küspert, auch wenn Letztgenannter bei den Zuschauerzahlen immer hinter den anderen Produktionen zurückbleibe. "Und das, obwohl die hervorragenden Inszenierungen und die schauspielerischen Leistungen immer wieder gelobt werden", wundert sich Küspert.


Klassiker von Dürrenmatt

Nächstes Jahr kommt "Der Besuch der alten Dame" von Friedrich Dürrenmatt zur Aufführung. Das Klassik-Ensemble war es auch, das sich mit Regisseurin Jasmin Sarah Zamani schon zum Beschnuppern und zur ersten Leseprobe auf dem Wehlitzer Berg traf.

Relativ früh hat sich die Naturbühne mit dem Thema Luther auseinandergesetzt. Nachdem auch 500 Jahre nach der Reformation nur ein Theaterstück über den Theologieprofessor existiert, haben die Verantwortlichen rechtzeitig ein neues Stück in Auftrag gegeben. Geschrieben haben es Marion Beyer und Hermann J. Vief. Sie haben aus Luthers Leben den Abschnitt von 1505 bis 1525 ausgewählt. Den Zeitraum, an dem er sich entscheidet, ins Kloster zu gehen, bis zum Ende der Bauernkriege. Für die musikalische Untermalung, unter anderem mit gregorianischen Gesängen, konnte Kreis-Chorleiter Heiner Beyer gewonnen werden.


Regionalbischöfin als Schirmherrin


Das Luther-Stück im Programm ist bei der Kirche auf eine enorm positive Resonanz gestoßen. Regionalbischöfin Dorothea Greiner hat spontan die Schirmherrschaft für dieses außergewöhnliche Schauspiel übernommen. Margot Käßmann, Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum, hat ein sehr ausführliches Grußwort für das Programmheft geschrieben.

81 Akteure wirken bei den vier Eigenproduktionen mit. Mit den Helfern hinter den Kulissen sind rund 130 Männer und Frauen von Februar bis August im Dauereinsatz. "Das ist die Hälfte der Mitglieder. Für so einen Verein ist das ziemlich einmalig", so der Vorsitzende.

Einen Tipp hat Siegfried Küspert noch parat: "Karten für unsere Vorstellungen eignen sich natürlich bestens als Weihnachtsgeschenk. Von einer Karte bis zum Vierer-Abo ist alles möglich." Auch die Naturbühne selbst verteilt Geschenke: Über die Kulmbacher Tafel stellt sie wieder ein Kontingent Karten zur Verteilung an bedürftige Personen zur Verfügung.


Das sind die Stücke 2017


Luther - Rebell seiner Zeit Das Schauspiel beginnt mit dem Eintritt des jungen Mönchs Martin Luther in ein strenges Eremitenkloster und endet nach den dramatischen Bauernkriegen viele Jahre später, als ihm seine Frau, die ehemalige Nonne Katharina von Bora, zur Seite steht. Die Naturbühne will das Leben und Wirken des Kirchenrevolutionärs in spannenden und berührenden Szenen erzählen. Regie führen Marion Beyer und Hermann J. Vief. Die (Welt-)Uraufführung dieses bemerkenswerten Theaterstücks findet am 19. Mai um 20.30 Uhr statt.

Die Schlammschlacht Ein bösartiges wie witziges Volksstück des fränkischen Autors Fitzgerald Kusz. Konkret geht es in diesem Stück um den Bau einer neuen Kläranlage in einer fränkischen Gemeinde, für den der örtliche Bürgermeister vehement die Werbetrommel rührt. Regie: Reiner Streng. Premiere am 26. Mai.

Peter Pan Das Kinder- und Jugendstück nach der gleichnamigen Geschichte von James Matthew Barrie. Für Wendy, Linda und Sally ist der Traum vom Fliegen wahr geworden. Die Fee Tinkerbell hat ihnen Flugstaub über den Kopf gestreut. Und schon verlassen sie mit Peter Pan die Erde in Richtung Nimmerland und erleben Abenteuer um Abenteuer. Regie: Raik Knorscheidt. Premiere am 9. Juni.

Der Besuch der alten Dame Eine tragische Komödie von Friedrich Dürrenmatt aus dem Jahr 1956, die in der Kleinstadt Güllen in der Nähe der deutsch-schweizerischen Grenze spielt. Die Geschichte handelt von der Milliardärin Claire Zachanassian, die nach ihrer Auswanderung in jungen Jahren nach Güllen zurückkehrt, um Rache an ihrem ehemaligen Geliebten Alfred III zu nehmen. Regie: Jasmin Sarah Zamani. Premiere am 16. Juni.