Es ist schon allerhand passiert in den letzten drei Wochen am Wehlitzer Berg in Trebgast. Zur Erinnerung: Zuerst wird - ausgerechnet im Pfarrhaus - gemordet. Dank einer schrulligen alten Dame kann der Täter ermittelt werden.

Nachdem diese Gefahr gebannt ist, zieht bereits das nächste Unheil auf, beziehungsweise in den Wehlitzer Wald ein. Räuber sind es, deren Lieblingsbeschäftigung es ist, rechtschaffene Leute auszuplündern.


Menschen wie Du und ich


Da erscheint es manchem fast wie eine Wohltat, wenn er von der neuesten Entwicklung in diesem "Krisengebiet" hört. Wie wir aus sicherer Quelle erfahren haben, bekommt die Naturbühne am heutigen Freitag um punkt 20.30 Uhr Besuch von relativ normalen Leuten - also von Menschen wie Du und ich. Es soll sich dieses Mal um eine eher lustige Truppe handeln, die sich bis zum Ende der Spielsaison ebenfalls auf dem Trebgaster Kulturhügel ansiedeln will.

Ihr Anführer, Regisseur Rainer Streng, kennt sich in der Gegend schon aus und hat hier bereits verschiedene Ensembles erfolgreich betreut. "Wir haben dieses ursprünglich österreichisch-oberbayerische Stück nach Franken verlegt", erklärt er. "Bereits von der ersten Leseprobe an haben wir schon gelacht, weil so viel Wortwitz darin vorkommt. Für ein Übriges in dieser Grundgeschichte, einer Volks-Boulevard-Komödie, sorgen immer wieder halb-verstandene Gerüchte, die zu Tatsachen umgedichtet werden und so für viel Verwirrung und Verwechslung sorgen."


Mit viel Lokalkolorit


Zusätzliches Lokalkolorit, das vor allem bei Zuschauern aus der Umgebung mit gewissen Orts- und Namenskenntnissen noch besonders wirkt, bringen die Schauspieler ins Geschehen. Da fabriziert ausgerechnet der unfehlbare Autofahrer und eingefleischte Audi-Fan Toni an seinem neuen "A8" einen Blechschaden. Als sein Heiligtum am nächsten Morgen wieder unversehrt in der Garage steht, glaubt er schon, an einer Bewusstseinsspaltung zu leiden.

Er kann ja nicht ahnen, dass der "Bleechpatscher" eine Akkord-Nachtschicht eingelegt hat. Der "Dorftratschn" und "Ratschkathl", einer "greislichen Krawallschochtel", ist das natürlich nicht entgangen. Die Gerüchteküche brodelt. Sie wird zusätzlich angeheizt, als der "Reisighof-Bauer" aus einem Telefonat seiner Frau, das er unfreiwillig mithört, die Erkenntnis gewinnt, dass die Bäuerin allem Anschein nach ein Techtelmechtel mit eben diesem Karosserie-Spengler hat.

Das bringt das Fass zum Überlaufen und den Landwirt so in Rage, dass er seinen Frust erst einmal beim "Bachwirt" ersaufen muss.


Friede, Freude, Eierkuchen


Für zusätzliche Aufregung und Verwirrung sorgen eine rechthaberische, hochnäsige, bissige Ex-Verlobte, ein richtiger "Eiskasten", und eine durchgebrannte junge Anhalterin, die die Hormone des "Reisighof"-Jungbauern gehörig durcheinanderbringt.

Am Schluss ist wieder "Friede, Freude, Eierkuchen" - und manch einer wird vielleicht nach Ende der Vorstellung auch zu der Erkenntnis kommen: "Bei denen geht's ja genauso zu, wie bei uns dahaam."
Damit wäre dann auch das Ziel von Regisseur Rainer Streng erreicht: "Wir wollen nicht mit erhobenem Zeigefinger eine Debatte anstoßen, ob Männer oder Frauen die besseren Autofahrer sind. Die Leute sollen einfach kommen, sich unterhalten lassen und lachen."