Zwei Mal wurde die Brücke in den vergangenen zwei Jahren beschädigt, wobei der erste Unfallverursacher ermittelt werden konnte. Der zweite beging Fahrerflucht.

Schon wieder eine Unfallflucht

Ein Ingenieurbüro muss derzeit die Frage klären, wem welcher Schaden zuzuordnen ist. Auf Empfehlung des Landgerichts sollten bis zur Fertigstellung dieses Gutachtens nur provisorische Sicherungsmaßnahmen vorgenommen werden. Mittlerweile hat ein Kastenwagen bei einem dritten Unfall ein Riesenloch in die Brückenbrüstung gerissen. Auch dieser Unfallverursacher flüchtete. Dadurch war die Gemeinde gezwungen, die Brücke halbseitig zu sperren, so dass sie derzeit nur von Fußgängern und Radfahrern passiert werden kann. Die Zufahrt nach Feuln erfolgt im Moment über Waizendorf. Der Bürgermeister befürchtet, dass dadurch die Straße nach Feuln von Waizendorf her genauso in Mitleidenschaft gezogen wird, "da die Gewichts- und Geschwindigkeitsbeschränkungen leider keinen interessieren. Diersch weiter: "Sobald das Gutachten vorliegt, müssen wir handeln. Ein im Vorfeld eingeholtes Angebot geht von Kosten in Höhe von 30 000 Euro aus."

In der Diskussion brachte Herwig Neumann (CSU/NWG) den Gedanken ins Spiel: "Drei Unfälle in zwei Jahren. Wir sanieren jetzt die Brücke, und zwei Wochen später fährt wieder jemand dagegen. Da würde sich ja fast eine Überwachungskamera lohnen." Diersch gab zu bedenken, dass so etwas im öffentlichen Raum nicht so einfach sei. Er plädierte dafür, erst einmal die Brücke instandsetzen zu lassen und im nächsten Schritt zu prüfen, welche Alternativen es gibt, um die Kommune vor Schäden zu schützen. "Den Schwerlastverkehr können wir nicht aus Feuln ausschließen."

Auf die Meinung von Emil Lauterbach (CSU/NWG), im Zuge der Erneuerung zu prüfen, ob eventuell der Anfahrtswinkel der Straße verändert werden könnte, erwiderte Diersch: "Je besser wir ausbauen, desto mehr Verkehr werden wir anlocken."

Beschlossen wurde, ein Ingenieurbüro mit Planung und Ausschreibung zu beauftragen. Die Vergabe der Arbeiten erfolgt in der September-Sitzung.

Trotz eines relativ milden Winters sind an den Gemeindestraßen viele neue und größere Schäden aufgetreten. Die besonders prekären Abschnitte wurden von einem Ingenieurbüro begutachtet, um eine ungefähre Kostenschätzung zu bekommen.

Straßen: Budget reicht nicht mehr

Dabei zeigte sich, dass man mit dem bisherigen Budget von 25 000 Euro pro Jahr nicht mehr weit kommt. Die schadhaften Bereiche in der Bahnhofstraße (zwischen Kulmbacher Bank und Gärtnerei), und in Lindau (Kreuzung nach Schwingen, Verbindungsstraße nach Schwingen) werden allein mit 56 000 Euro netto veranschlagt. Die Ausbesserung der Michelsreuther Straße wird je nach Ausbauart 112 000 oder 175 000 Euro verschlingen.
Diersch rief außerdem die noch ungelösten weiteren Maßnahmen in Eichholz, Lindau und Waizendorf in Erinnerung. "Diese Gelder sind nicht im Haushalt eingestellt. Wir müssen deshalb eine Reihenfolge festlegen."

Stellvertretender Bürgermeister Albert Kolb (SPD-WG) hielt es für sinnvoll, mit der Straße nach Schwingen noch zu warten, bis die Arbeiten an der Autobahn beendet sind. Dem hielt Emil Lauterbach entgegen: "Wenn wir das heuer nicht machen, brechen die letzten Brocken außen noch weg."

Herwig Neumann: "Was dieses Jahr eingestellt wurde, sollte auf jeden Fall noch vergeben werden." Helmut Küfner (SPD-WG) mahnte: "Am Jahresanfang, wenn der günstige Zeitpunkt für Ausschreibungen ist, haben wir noch keinen Haushalt aufgestellt. Dann schieben wir es wieder so lange raus, bis wir in eine Zeit kommen, in der die Firmen wieder voll mit Aufträgen sind."

Prioritätenliste wird erstellt

Schließlich fand der Vorschlag von Werner Köstner (SPD-WG) breite Zustimmung: Der Bauausschuss soll eine Prioritätenliste erstellen. Mit dieser könne man dann in die Haushaltsberatungen für 2015 gehen.