Der Trebgaster Biber zeigt auch vor der Obrigkeit keinen Respekt. Nachdem wir Ende März über seine Aktivitäten berichtet hatten, hatte er ja auch die Aufmerksamkeit von "Antenne Bayern" erregt. Der Radiosender informierte sich gleich darauf vor Ort und hat sich zwischenzeitlich mehrmals telefonisch über das aktuelle Geschehen erkundigt.

Zuletzt hatte der Biber einen relativ jungen Apfelbaum - einen Gravensteiner - auf einem hinter der Bayreuther Straße gelegenen Grundstück gefällt. Danach hat er den Garten von Bürgermeister Werner Diersch ins Visier genommen und dort in den letzten Wochen bereits einen stattlichen Apfelbaum angeknabbert.

Den hat er nun 20 Zentimeter über dem Boden fachmännisch so weit "vorbereitet", dass der Baum in den vergangenen Tagen umgeknickt und in die Hecke gefallen ist, die das Grundstück zur Böschung der Trebgast hin abgrenzt.

Nach und nach kappt das scheinbar unermüdliche Tier die Zweige ab und schleppt sie weg. Die Stämme der anderen Bäume hat der Bürgermeister inzwischen mit Drahtgittern gegen künftige Angriffe abgeschirmt.
Aber der Biber weiß sich zu helfen.

Davon kann auch Dierschs Nachbar Helmut Löffler ein - wenn auch weniger fröhliches - Lied singen. Bei ihm hat der Biber mit seiner Arbeit hinter dem Gartenhaus angefangen. In der Hainbuchen-Hecke klaffen bereits Löcher, für die eindeutig der geschützte Nager verantwortlich zeichnet. "Die Hecke ist jetzt 30 Jahre alt. 25 bis 30 Buchenstämme hat er mittlerweile rausgemacht. Die entstandenen Lücken krieg ich ja nie wieder dicht", resigniert Löffler fast schon.

"Was er nicht mag, ist offensichtlich die Forsythie. Da war er zwar einmal dran, seitdem aber nicht mehr", folgert er. Um seinen Apfelbaum hat Löffler gleich nach den ersten Nagespuren vorsorglich einen Draht gewickelt.