Sebastian Winterstein vom Mini-Cross-Team (MCT) Kulmbach ist in Top-Form. Das bewies der 17-jährige Neuenmarkter beim ersten RC-Car-Freiluftrennen der Saison. Winterstein landete gleich in zwei Disziplinen auf Platz eins: in der Off-Road-Expertklasse 8 und bei den Elektrofahrzeugen.

"Es ist gut gelaufen", freute sich Sebastian Winterstein. Und auch sein Sponsor Holger Wittek war überglücklich, dass die Saison so hoffnungsvoll begonnen hatte.


Schützenhilfe vom Papa


Im Hintergrund bekommt Sebastian Winterstein fachmännische Schützenhilfe von seinem Vater Georg, ebenfalls einem begeisterten RC-Car-Fahrer. Georg Winterstein hielt den Motor des kleinen ferngesteuerten Rennautos mit einer Heizdecke warm, feilte bis zuletzt an den Einstellungen. Denn jedes Detail zählt, das wissen beide.
Auch Lukas Strothmann aus Osnabrück änderte vor dem Finallauf noch einmal ein paar Details. "Ich mache die Stabilisatoren härter, dann kann ich schneller in die Kurven fahren, dann trägt es mich nicht so schnell raus", erklärte er. Strothmann war eigens aus Osnabrück angereist und von den Gegebenheiten auf dem Plassenburg-Ring begeistert. Er vertrat den RCCC Coesfeld. Doch letztlich machte dem Lokalmatador Sebastian Winterstein niemand was vor.


Viele Zuschauer


"Wir haben vor dem Freiluftsaisonauftakt ganz schön gebangt", erklärte der Vorsitzende des MCT Kulmbach, Gerhard Schmökel. Denn am Donnerstag hatte es noch stark geregnet. Die gesamte Strecke war matschig. Zu matschig für die Gefährte.

"Wir haben den Parcours dann abgekehrt und noch mit Sägespänen getrocknet. Aber pünktlich zum Rennen war die Piste wirklich perfekt - und das Frühlingswetter hat uns auch viele Besucher beschwert", freute sich Schmökel über den durch und durch gelungenen Saisonauftakt.

Dass dann natürlich noch ein Nachwuchstalent aus den eigenen Reihen auf dem Siegertreppchen stand , freute den Veranstalter natürlich um so mehr. Doch auch andere Fahrer des MCT Kulmbach schnitten ausgesprochen gut ab. In der Hobbyklasse landeten Christian Gahn auf Platz 3 und Toni Herzog auf Rang 6. Und in der Expertklasse kam auch Jörg Hauenstein unter die Top 20.

Aber auch die Beteiligung konnte sich sehen lassen. 92 Fahrer hatten sich gemeldet, 85 gingen dann tatsächlich an den Start. Viele reisten schon am Freitagabend an. Einige kamen mit Wohnwagen oder Campingmobilen, um ihr Fahrerlager gleich am Rande der Strecke aufschlagen zu können.


Fahrer aus der Schweiz


Der Teilnehmer mit der weitesten Anreise war Sandro Bamert (23). Er wohnt in Tuggen am oberen Zürichsee in der Schweiz. 515 Kilometer einfach hatte er auf sich genommen, um sein leuchtend grünes Fahrzeug auf dem Plassenburg-Ring starten zu lassen. Doch noch vor dem Finale reiste Bamert ab. "Ich bin total unzufrieden. Es lief nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe", sagt der erfahrende Fahrer. Zwei Mal musste er beim Boxenstopp erhebliche Zeitverluste hinnehmen. Einmal stand ein anderes Auto quer - das kostete ihn viele Sekunden. Und beim dritten Stopp war er zu schnell in der Box unterwegs. "Aber das ist manchmal so, nächste Woche starte ich in Landshut beim Osterhasenrennen", ließ sich der Schweizer den Spaß an dem aufwändigen Hobby nicht verderben.