Nach Jahren des Stillstands tut sich wieder was im Gewerbegebiet an der Autobahn in Thurnau: Nach dem Online-Händler "textilwaren 24", der in der Industriestraße unterhalb der Esso-Tankstelle eine Versandhalle errichtet, baut auf dem gleichen Areal auch die Firma Bioteg GmbH. Ein Unternehmen, das bis dato ebenso wie der Online-Händler in Bayreuth angesiedelt ist.

"textilwaren 24" bietet (wie bereits berichtet) Textilwaren im Internet an, die Firma Bioteg hat sich auf die Produktion von Biogasanlagen und Biofilter-Systemen spezialisiert. So werden beispielsweise Biofilter vertrieben, die Gerüche aus Straßen-Kanalschächten beseitigen.

"Die geruchsbildenden Stoffe werden von Bakterien abgebaut, die sich im Filter ansiedeln und vermehren", erläutert Geschäftsführer Peter Wichmann das Verfahren. Eingesetzt würden solche Kanalschacht-Biofilter, die um die 500 Euro kosten, von vielen Kommunen gerade dann, "wenn sich Anwohner über eine Geruchsbelästigung beschweren".


Bis nach Chile und Vietnam

Ein wesentlich aufwendigeres technisches Verfahren beinhalten sogenannte modulare Container-Biofilter, die in Kläranlagen oder Großbetrieben, etwa der verarbeitenden Industrie, eingesetzt werden. Diese könnten mehrere zehntausend Kubikmeter Abluft pro Stunde von Geruchsstoffen reinigen. Eine solche Anlage, die vollautomatisch laufe, koste bis zu 250 000 Euro. Geliefert werden die Container-Biofilter laut Geschäftsführer Wichmann in die ganze Welt: nach Mexiko, Chile oder auch Vietnam.

Hergestellt werden die Bioteg-Produkte künftig nicht mehr in Bayreuth-Wolfsbach, sondern in Thurnau. Die Firma errichtet eine 600 Quadratmeter große Lagerhalle und verlegt die Produktion in die angrenzende Halle der früheren Schreinerei Pausch, wie Peter Wichmann erläutert, der von einer attraktiven, weil verkehrsgünstigen Lage an der A 70 spricht.


"Firmen haben Potenzial"

In Thurnau selbst freut man sich, dass man innerhalb kürzester Zeit zwei Firmen den Standort an der Autobahn schmackhaft machen konnte. "Zumal es innovative Unternehmen sind, die Potenzial haben", sagt Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU). Da die vorhandenen Flächen für Unternehmensansiedlungen jetzt ausgeschöpft seien, gelte es, eine Erweiterung des Gewerbegebiets voranzutreiben. Ein Thema, mit dem sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag befassen wird. die um 19.30 Uhr im Rathaus beginnt.Der Markt sei froh über jeden neuen Betrieb, der den Wirtschaftsstandort Thurnau stärke, betont Bernreuther, der sich auch über jeden neuen Arbeitsplatz freut, der geschaffen wird.


Die Umsatzzahlen

Der Onlinehändler "textilwaren 24" beschäftigt zwölf Mitarbeiter und macht einen Jahresumsatz von über sechs Millionen Euro, die Firma Bioteg erreicht mit sechs Mitarbeitern eine Million Euro Umsatz.