Das Thurnauer Ortsbild wandelt sich: Seit August wird - nach dem Abriss der alten Speditionsgebäude der Firma Vogel - der neue Netto-Markt gebaut. Der Kreuzungsbereich an der Ecke Berndorfer Straße/Bahnhofstraße/Kasendorfer Straße wird in diesem Zug neu gestaltet, Querungshilfen für Fußgänger werden geschaffen. Diese führen künftig auch zum neuen Busbahnhof, den der Markt Thurnau auf Höhe des alten Postgebäudes errichten will.


Auf der anderen Straßenseite

Doch damit nicht genug: Auf dem angrenzenden Bahnhofsgelände, das seit Jahren brach liegt, rücken wohl auch bald die Bagger an. Am Montag wird sich der Gemeinderat mit einem Bauantrag des Hollfelder Architekten Stephan Schwarzmann befassen. Schwarzmann will ein Ladengebäude erstellen und dieses langfristig verpachten - an den Lebensmittel-Discounter Edeka, der den jetzigen Standort in der Bürgermeister-Kleinlein-Straße verlassen wird und beim Umzug in den neuen Markt quasi nur die Straßenseite wechseln muss.


Noch nicht in trockenen Tüchern

Das Projekt sei noch nicht ganz in trockenen Tüchern, betont Stephan Schwarzmann. Man habe etliche Hürden überwunden. "Wir werden aber noch einige Hindernisse nehmen müssen", sagt der Architekt. Fragen des Immissionsschutzes wie auch wasserrechtliche Aspekte seien zu klären. Da eine Linksabbiegespur geschaffen werden soll, seien auch Absprachen mit dem Staatlichen Bauamt in Bayreuth vonnöten.


Eröffnung im Herbst 2017 geplant

Edeka selbst geht davon aus, dass mit dem Bau im Frühjahr begonnen wird. Die Eröffnung sei im Herbst 2017 vorgesehen, heißt es aus der Firmenzentrale. Warum der Standortwechsel überhaupt vollzogen wird? Die zunächst geplante Erweiterung der bestehenden Filiale sei aufgrund der räumlichen Gegebenheiten nicht möglich gewesen. Ein Knackpunkt war laut Edeka zudem der Parkplatz. "Dieser war einfach zu klein und ist nur sehr aufwendig beziehungsweise nicht erweiterbar."


500 Quadratmeter größer

Der jetzige Markt hat 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Die neuen Ladenräume sollen 1500 Quadratmeter groß sein. Ein moderner Backshop mit Café werde integriert, teilt Edeka mit und verweist darauf, dass die bisherige Marktleiterin Karin Unger auch die künftige Filiale führen soll.


Zu Fuß zum Einkaufen

Dass neben Netto auch Edeka im Ortskern bleiben will, freut die Gemeinde. Wie Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) mitteilt, hat der Markt der Ansiedlung von Discountern in der Peripherie eine Absage erteilt. Einen solchen Grundsatzbeschluss habe der Entwicklungsausschuss gefasst. Ziel sei es, den Einwohnern auch künftig den fußläufigen Einkauf zu ermöglichen. Bernreuther sieht es als zusätzlichen Gewinn für Thurnau, dass sowohl das alte Speditionsgelände sowie ein Teil des Bahnhofsareals revitalisiert werden. Der Bürgermeister wünscht sich, dass die Gemeinderäte dem Edeka-Projekt am Montag zustimmen.


"Der richtige Weg"

Auf ein positives Signal hofft Bauherr Stephan Schwarzmann, der erklärt, dass ein Neubau auf der grünen Wiese leichter umzusetzen wäre. Aus städtebaulicher Sicht sei der vom Markt eingeschlagene Weg, den Ortskern zu stärken, aber richtig.