Was die Schauspieler der an diesem "1. Oberfränkischen Theater-Marathon" teilnehmenden sieben Bühnen bei ihren jeweils halbstündigen Auftritten präsentierten, war vom Feinsten. Christine Kammerer, die die Idee dazu hatte, moderierte die Gruppen an.

Die Lokalpatrioten "Buschklopfer" und "Schauhaufen" begannen mit einer Komödie, in der ein "ehrsamer" Einbrecher zwischen die Fronten zweier Ehepaare geriet, die sich auf amouröse Abwege begeben hatten. Für Frank Walther war es selbstverständlich, sofort zuzusagen, als die Anfrage kam: "Wir sind ja alle Kollegen, viele von uns haben ja auch schon auf der Naturbühne gespielt." Bedauerlich ist aus seiner Sicht, dass er mit seine derzeit heimatlosen "Buschklopfer" noch immer auf der Suche nach einem neuen Domizil ist.

Die "Märchen-Oma Christine Stein wurde mit einer Harley auf die Bühne gefahren, um eine Persiflage auf "Schneewittchen", trefflich vorgetragen von der Jugendtheater-Gruppe Harsdorf, vorzustellen. Auszug aus dem Text: "Die sieben Zwerge sind so blau, weil sie saufen wie die Sau."

Zweisprachig dargeboten wurde eine Kooperation zwischen der Naturbühne Trebgast und ihren tschechischen Freunden vom Staatstheater Franzensbad. Was wäre dafür besser geeignet gewesen als "Der brave Soldat Schwejk". "Wir sind dabei, noch vorhandene Sprachbarrieren zu überwinden", formulierte es Siegfried Küspert, der diese Paraderolle, die er 2005 spielte, als den Höhepunkt seiner Theaterlaufbahn bezeichnet.

Warum die Bindlacher gemeinhin "die Bären" genannt werden, wollte die Theaterabteilung des TSV Bindlach demonstrieren. Ob die Mitwirkung von Bürgermeister Gerald Kolb und Pfarrer Edmund Grömer als Garant für die Glaubwürdigkeit der Geschichte gelten darf, oder ob sie den Zuschauern doch einen Bären aufgebunden haben, blieb offen. Klar wurde nur, dass die Mitglieder des tagenden Gemeinderates "immer dafür waren, dass sie dagegen sind."

Die rührige Theatergruppe aus Brand in der Oberpfalz ließ das "Königlich Bayerische Amtsgericht" wieder aufleben, bei der anständige und unanständige Jungfrauen im Gerichtssaal immer wieder mit "Pfui Teifel, greislige Mannerwelt" unverkennbar ihren Unmut gegen das starke Geschlecht zum Ausdruck brachten.

Seit 1927 existiert die Bühne "Erholung" aus Fürth. Sie mögen das 60-jährige Bestehen der Naturbühne wie einen Kindergeburtstag empfunden haben. Sie ließen die Zuschauer am Ablauf einer zweiten Hauptprobe eines Theaterstücks teilnehmen, bei dem manchen Anwesenden durchaus Parallelen zu eigenen Erfahrungen erkannt haben dürften.

Die kleine, aber feine Dorfbühne Marktschorgast inszeniert jedes Jahr mit Esprit und Witz ein Lustspiel. In einem "Blind Date", bei dem der personifizierte "Verstand" dominiert und sich dauern einmischt, kommt es immer wieder zu Verwicklungen, nicht zuletzt auch wegen einer hypochondrischen Kellnerin.

Die Zuschauer sahen eine gelungene Mischung aus Anekdoten, Komödien, Parodien, Sketchen und Volksstücken.