Die kleinen Plastiktütchen - Starterkits genannt - waren am 1. Januar 2002 das Gesprächsthema: Sie enthielten 20 Münzen, genau 10,23 Euro. Das entsprach 20 D-Mark. Vor 15 Jahren hielten die Menschen in Deutschland erstmals den Euro in Händen.

Und was ist seitdem alles passiert: Der Euro kam als Teuro in Verruf, die Euro-Krise sorgte vor etwa sieben Jahren für Verunsicherung. So mancher wünschte sich deshalb sehnsüchtig die D-Mark zurück. Mit ihrer Forderung, wieder zur alten Währung zurückzukehren, sorgte übrigens vor ein paar Jahren erstmals die AfD für Schlagzeilen.

Europa-Urlauber freuen sich dagegen, dass das leidige Wechseln der D-Mark in eine andere Währung entfällt und man sich die Umrechnerei der Preise im Cafe in Paris ebenso sparen kann wie für den Eimer Sangria am Ballermann auf Mallorca. Der Euro ist in 19 der 28 EU-Länder das offizielle Zahlungsmittel.


Vorteile auch für Banken

Dass in diesen Ländern kein Geldumtausch mehr notwendig ist, zählt aus Sicht der Banken zu den offensichtlichsten Vorteilen. Die Geldinstitute profitieren ganz praktisch: "Vor der Euro-Einführung hatten wir Fremdwährungen der EU-Urlaubsländer im eigenen Bestand. Mit deren Wegfall war dies nicht mehr nötig. Fremdwährungen der Nicht-Euro-Länder beziehen wir nun über unsere Landesbank. Diese werden auf Wunsch sogar bis vor die Haustür geliefert", erklärt der Pressesprecher der Sparkasse Kulmbach-Kronach, Markus Lieb.

Übrigens sei es immer noch möglich, D-Mark in Euro umzutauschen. "Sollte ein Kunde noch Restbestände finden, kann er die bei allen Filialen der Deutschen Bundesbank umtauschen. Wechselkurs ist wie vor 15 Jahren: 1,95583 DM = 1 Euro. Bei der Sparkasse war aber schon lange niemand mehr, der D-Mark einwechseln wollte, berichtet Lieb.


Die Tresore waren voll

Damit die Umstellung von der D-Mark auf den Euro möglichst reibungslos verläuft und die Menschen auch gleich die neue Währung in den Händen halten konnten, mussten Millionenbeträge in den Tresoren der Banken gelagert werden. Das Geld kam in großen Containern, bis zum Stichtag mussten die Geldautomaten bestückt sein. Riesige Pakete mit Euro-Münzen wurden angeliefert.

"In allen Banken hat sich das Geld bis unter die Decke gestapelt. Das war, wie man es sich im Film vorstellt", erinnert sich der Pressesprecher der Sparkasse Kulmbach-Kronach.

Die allerersten, die mit dem Euro bezahlen konnten, waren 2002 übrigens die Einwohner des französischen Übersee-Départements Réunion. Für sie begann in der Währungsunion das neue Jahr als erste.

Auch der Sprachgebrauch hat sich mit der Einführung des Euro geändert:

Fragen Sie mal einen Zehnjährigen, was ein Nickel ist. Oder ein Groschen. Diese Begriffe waren früher - also zu Zeiten, in denen die D-Mark noch Zahlungsmittel war - den meisten geläufig. Wissen Sie es noch?

Beide Begriffe - Groschen und Nickel - sind umgangssprachlich nicht nur in ganz Franken gleichbedeutend für eine Zehn-Pfennig-Münze verwendet worden, weiß der Kulmbacher Dialektforscher Klaus Trukenbrod. Es gebe keine Differenzierung nach Regionen. Der Ausdruck Nickel wurde von der Metall-Legierung hergeleitet, der Groschen stamme aus dem Lateinischen.

Verschwunden ist aus dem Sprachgebrauch auch das Fufzigerla - der Begriff für eine 50-Pfennig-Münze. Bei 50 Cent sagt das niemand mehr. Selbst das Zehnerla ist ausgestorben.

Einen Zwickel (zwei Mark) bringt man heutzutage eher mit einer Biersorte in Verbindung denn mit einer Münze. Den Glückspfennig, den kennen die meisten aber noch ...