Was macht den Reiz der Konzerte von Andy Lang aus? Ist es die ausgelassene, fröhliche, typisch irische Musik, in der man die Weite des Landes spürt? Ist es die angenehme, unaufdringliche, dunkle Stimme des Songpoeten, die jeden in seinen Bann zieht? Ist es das Zusammenspiel von Harfe, Geige (Theresa Rinderle), Gitarre (Gerd Rossner) und Schlagwerk (Volker Riess), das ein abgestimmtes, homogenes Klangbild zaubert? Ist es die Performance der Tänzerin Anne Devries, die gern mit dem Feuer spielt, die dieses Element beherrscht, selbst wenn sie ihm - wie beim Feuerschlucken - sehr nahe kommt?

Es ist das Zusammenwirken all dieser Komponenten vor einer romantischen Kulisse, das diese Mystik von "spirit and fire" auf die Naturbühne zaubert. Gestern noch auf Pilgerreise in den schottischen "Highlands" Schottlands, heute auf dem "Mountain" Trebgasts, dem Wehlitzer Berg. Andy Lang braucht keine Anlaufzeit. Das Publikum geht sofort mit. Gleich zu seinem ersten Lied "My love is like a red, red Roses" schwebt Anne Devries, ganz in Rot gehüllt, über die Bühne. Einfühlsam moderiert Lang seine Lieder an, gibt Erklärungen zu den Hintergründen, wie beispielsweise zu "You are so beautiful to me", das er für seine Tochter Kira (persisch: Sonne) geschrieben hat, als sie eine Stunde jung war. "Heute ist sie fünf, und ein richtiger Feger."

Als er einen Tango ankündigt, fällt es ihm schwer, an der Harfe zu bleiben. "Als wir vor fast zweieinhalb Jahren auf der Luisenburg mein 1000. Konzert gefeiert haben, durfte ich zu diesem Lied mit Anne auf der Bühne tanzen", ist seine Erklärung.

Dann ergänzt Lisa aus dem Publikum die Musiker. Auf dem Waschbrett von Andys Oma, das er bei Bedarf auch zum Haare kämmen benutzt, darf sie das Lied "Flying home to Kerry" begleiten. Hier ist sie, die Verbindung von einer herrlichen, dramatisch wilden Grafschaft in Irland mit einem Brotaufstrich, der bei uns in rechteckige Form gepresst und in einer Goldfolie verpackt als Kerry Gold bekannt geworden ist. Und da spannt Andy auch den Bogen zu seiner Pilgerreise, die im Februar des nächsten Jahres in eben diese, im Südwesten Irlands gelegene Grafschaft führt. "Wir werden dort sternförmige Exkursionen unternehmen, bei denen wir viel Landschaft spüren, schrullige Typen und in einem Kloster einen gelehrten Mönch treffen", macht er schon jetzt Lust auf seine Reise "An die Quellen der Sehnsucht".