Land unter war am Samstagnachmittag in Kulmbach. Der Starkregen zwischen 16.30 und 17.15 Uhr überflutete zahlreiche Straßen und Keller. Am schlimmsten wütete das Wasser im Achat-Plaza-Hotel in der Luitpoldstraße, wo 125 Gäste evakuiert werden wussten. Der Schaden wird auf eine hohe sechsstellige Summe - bis zu einer Million Euro - geschätzt.


Fußgängerunterführung komplett vollgelaufen

Nach Angaben der Kulmbacher Polizei waren die Folgen des Starkregens insbesondere im Stadtgebiet spürbar. Es liefen zahlreiche Keller voll Wasser, und Straßen waren aufgrund von Geröll längere Zeit unbefahrbar. So war die Schauer-Kreuzung für eine Stunde gesperrt. Auch die EKU-Unterführung war zeitweise nicht befahrbar. Die Fußgängerunterführung bei der Zweigstelle der Sparkasse am Galgenberg lief voll Wasser.

Die größten Schäden, so die Polizei, sind wahrscheinlich in zwei Hotels zu verzeichnen. Über die Schäden in Privathäusern konnte die Polizei keine Angaben machen.


150 Einsätze für die Rettungskräfte

Alle Hände voll zu tun hatten die Feuerwehren, das Technischen Hilfswerks und das Bayerische Rote Kreuz. Die Rettungskräfte hatten 300 Helfer aufgeboten und bekamen auch Unterstützung aus dem Landkreis. Die Einsatzkräfte hatten 150 Einsätze abzuarbeiten. Vor allem mussten Keller ausgepumpt werden.
 

 


Aufgrund von Geröllausspülungen mussten laut Polizei die Bayreuther Straße - ab der Schauer-Kreuzung - sowie die B 289 bei Kauerndorf für zirka eine Stunde komplett gesperrt werden. Bei Kauerndorf sorgte eine Schlammlawine für Verkehrsbehinderung. Der Schlamm wurde mit einem Spezialfahrzeug von der Fahrbahn geräumt. Weiterhin waren zahlreiche Nebenstraßen nicht befahrbar. Außerdem gab es Verkehrsbehinderungen durch Gullydeckel, die auf der Straße lagen - unter anderem in der Wolfskehle, am Friedhofsberg, bei den Drei Steinen, in der Bayreuther Straße und in Windischenhaig.

 

 


Straßensperrung bei Kupferberg

Auch die B 289 nach Kupferberg war beim Steinbruch für eine Stunde nicht passierbar. Dort lag ebenfalls Geröll auf der Fahrbahn.

In Ludwigschorgast war die Straße An der Arnitz beim Rewe-Markt betroffen, die gesperrt werden musste. Dazu Tobias Braunersreuther: "Der Starkregen sorgte für Überschwemmungen auf Straßen und in Kellern. Kanaldeckel wurden aufgehoben. Selbst die im vergangenen Jahr errichteten Rückhaltteiche am Ortsausgang nach Kupferberg konnten die Wassermassen nicht aufnehmen. Große Mengen flossen bis weit hinunter ins Dorf. Dadurch führte auch die Arnitz so viel Wasser wie noch nie."

 

 

 


Die Aufräumarbeiten dauerten die ganze Nacht bis zum Sonntagmorgen an. Glücklicherweise wurde im Raum Kulmbach niemand verletzt. Unwetterbedingten kam es auch nicht zu Verkehrsunfällen.

 

 

 

 


Krisenstab gebildet

Im Kulmbacher Feuerwehrzentrum hatte sich ein Krisenstab gebildet. Stadtbrandinspektor Heiner Poperl und Stadtbrandmeister Michael Weich von der Feuerwehr Kulmbach sowie der neue Inspektionsleiter der Kulmbacher Polizei, Dominik Salosnig, und der für Öffentliche Sicherheit zuständige Sachgebietsleiter des Landratsamts, Erwin Burger, koordinierten die Einsätze. Oberbürgermeister Henry Schramm und Kreisbrandrat Stefan Härtlein informierten sich über die Aufräumarbeiten.

Die Helfer waren im Dauerstress. "Das Unwetter brachte so viel Regen, dass es die Feuerwehr in der Stadt Kulmbach allein nicht mehr geschafft hat", so Stadtbrandmeister Weich. "27 Feuerwehren aus dem Landkreis haben uns unterstützt." Vom Bayerischen Roten Kreuz wurden die Einsatzkräfte verpflegt. "Es gab Getränke und Wienerla. Das war gut, denn wir mussten ja weitermachen", so Weich.

 

 

 


Letzter Trupp kommt um 4.15 Uhr

Nach seinen Worten waren die Einsätze in Kulmbach gegen drei Uhr beendet. "Das letzte Fahrzeug kam um 4.15 Uhr wieder rein. Das war Jürgen Hochgesang mit seiner Truppe, die beim Erdrutsch in der Nähe von Kauerndorf zu tun hatten."

Am Sonntag ging es mit reduzierter Mannschaft weiter. Laut Brandmeister vom Dienst Markus Babo mussten noch einmal sechs Keller ausgepumpt werden. Damit hatte die Feuerwehr bis zum Nachmittag zu tun.