Es ist amtlich: Noch vor Pfingsten wird an der Bundesstraße 303 in Stadtsteinach in Höhe des Rewe-Marktes eine weitere Lichtzeichenanlage errichtet. Landrat Klaus-Peter Söllner hat die verkehrsrechtliche Anordnung dazu am Mittwoch publik gemacht.

Wie es in einer Pressemitteilung des Landratsamts dazu heißt, wurde "im Vorgriff auf die Errichtung eines neuen Einkaufsmarktes mit eigener Anbindung an die B303 in Zusammenarbeit zwischen der Stadt Stadtsteinach, dem Staatlichen Bauamt Bayreuth, der Polizeiinspektion Stadtsteinach und der Verkehrsbehörde des Landratsamtes Kulmbach die Erstellung einer sicheren Querungsmöglichkeit für Fußgänger im Bereich des jetzigen Rewe-Marktes für nötig befunden". Und weiter: "Um die Verkehrssicherheit dort nachhaltig und langfristig zu optimieren, soll eine gesicherte Fußgängerüberquerung in Form einer Lichtsignalanlage geschaffen werden."

Mit der verkehrsrechtlichen Anordnung durch den Landrat sind die rechtlichen Vorgaben vorhanden, um diese Maßnahme schnellstmöglich zu realisieren. Will heißen: "Obwohl noch Planungs- und Baumaßnahmen nötig sind, ist die Inbetriebnahme der Lichtzeichenanlage noch vor Pfingsten 2015 beabsichtigt."

Zusätzliche Blinkleuchten

Die Querungsmöglichkeit ist nach Ankündigung des Landratsamts rund um die Uhr nutzbar und blindengerecht ausgestattet. Zusätzlich werden die Fahrzeugführer durch Blinkleuchten für die Gefahrenstelle sensibilisiert.

Wie Kathrin Limmer, Abteilungsleiterin für das Referat Öffentliche Sicherheit am Landratsamt Kulmbach, erläutert, war die Diskussion nach mehreren schweren Unfällen in Höhe des Rewe-Marktes sicher emotionsgeladen. Aber man habe "nicht auf Zuruf" entschieden, sondern in die Entscheidung den künftigen Rewe-Markt mit einbezogen. Hinsichtlich dieser Planungen werde es zu verschiedenen Änderungen kommen. So wird es in Höhe der neuen Zufahrt von der B303 zu Rewe, die in Richtung Zaubach entsteht, sehr wohl eine Linksabbiegerspur geben, aber keine Verkehrsinsel mit Querungshilfe für Fußgänger. Stattdessen wird die Lichtzeichenanlage in Höhe der bisherigen Rewe-Zufahrt errichtet, also in etwa an der Stelle, an der es Mitte Januar zu einem tödlichen Unfall mit einer Fußgängerin gekommen war.

Fußweg zum neuen Rewe

Von dieser Ampel aus wird ein Fußweg zum neuen Rewe-Markt führen, und zwar so, dass eine Querung der B303 nicht möglich ist. Auch der Radweg von Zaubach her, so die Juristin, soll so gestaltet werden, dass eine Straßenquerung noch vor der Einmündung der Egerländerstraße nicht möglich ist.

"Diese Entscheidung ist die Quintessenz der Ortsbegehung aller beteiligten Stellen, die zeitnah nach dem tödlichen Unfall im Januar stattgefunden hat", kommentiert Bürgermeister Roland Wolfram das Schreiben aus dem Landratsamt.

Die Stadt Stadtsteinach habe in dem Bereich bereits die Straßenbeleuchtung verbessert und werde im Zuge der Sanierung der Bundesstraße 303 in wenigen Wochen auch einen so genannte Aufstellfläche vor den neuen Ampel schaffen.

Die Verbesserung der Verkehrssicherheit an dieser Stelle war laut Wolfrum schon länger ein Anliegen der Stadt und immer wieder im Gespräch. Bis zu dem tragischen Unfall im Januar seien die Fachbehörden allerdings der Ansicht gewesen, die Ampelanlage bei der Fachklinik sei ausreichend.

In den sozialen Netzwerken wie facebook war nach dem Unglück vom 14. Januar eine heftige Diskussion entbrannt. Tenor: Es muss sofort etwas unternommen werden.

An jenem Januartag war eine 89-jährige Frau, die die Bundesstraße mit ihrem Rollator überqueren wollte, von einem Auto erfasst und getötet worden. Knapp ein Jahr zuvor hatte eine 85-Jährige an fast gleicher Stelle einen Lastwagen übersehen und war mit ihrem Fahrrad von dem Transporter erfasst worden. Sie erlag später ihren schweren Verletzungen.