Sabine Messelbergers Vater ist vor kurzem gestorben. Was die Tochter und die Familie dabei besonders traurig macht: Sie können den letzten Willen des Verstorbenen nicht erfüllen. "So wie es aussieht, können wir die Urne nach der Verbrennung nicht bestatten, weil es in den Stelen auf dem Kulmbacher Friedhof keinen freien Platz mehr gibt - alles belegt", sagt sie.

So wie Familie Messelberger geht es offenbar vielen Kulmbachern. Bestattungsunternehmer und Stadtrat Michael Stübinger (SPD) erklärt: "Diese Bestattungsform wird in Kulmbach sehr gut angenommen." Das liege daran, dass die Nischen, wo die Urnen stehen, keine große Pflege erfordern; dass man trotzdem einen Platz habe, um zu trauern und sich zu erinnern und dass die Kosten mit 1200 Euro überschaubar seien.

Die Nachfrage, so Stübinger, sei enorm, und im Friedhof gebe es auch noch genügend Platz, um weitere Stelen aufzustellen. Bei ihm und bei der Friedhofsverwaltung sei eine Vielzahl von Anfragen eingegangen, aber er könne den Interessenten keine Auskunft geben.

Jetzt kann er es. Denn auf seine Wortmeldung in der Stadtratssitzung bekam der zuständige Verwaltungsrat am Donnerstag von Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) die Zusage, dass mehrere neue Stelen gebaut werden sollen.

Dies wird auch zeitnah im Frühling geschehen, wie es sich Sabine Messelberger wünscht. "Damit unser Vater seinen Frieden findet." Sie möchte die Urne nicht für längere Zeit im Friedhof unbestattet einstellen.