Sie nahm zusammen mit Landtagsvizepräsidentin Inge Aures (SPD), Landrat Klaus Peter Söllner (FW), Klaus Schröder vom Kreisjugendamt und Vertretern der SPD-Kreistagsfraktion die Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in der Schützenstraße in Augenschein nahm.

Derzeit sind knapp 60 Jugendliche in dem Haus untergebracht. Wie Inge Aures feststellte, hat Klaus Schröder vom Kreisjugendamt das "Heft des Handelns" für diese Einrichtung jederzeit in der Hand.

Die Staatssekretärin verwies darauf, dass ihr Ministerium vor allem mit der anschließenden beruflichen Qualifikation beschäftigt sei, wie etwa den berufsbezogenen Sprachkursen und der Anpassungsqualifizierung. Landrat Klaus Peter Söllner zeigte sich sehr dankbar, dass der Awo-Kreisverband diese Einrichtung überhaupt ermöglicht hat. Staatssekretärin Anette Kramme fügte hinzu: "Ich habe mir schon 15, 20 solcher Einrichtungen quer über die Republik angesehen und ich glaube, ich habe bisher nichts Besseres gesehen."


Einrichtungen gut erreichbar

Neben dem Landratsamt sind auch sämtliche schulische Einrichtungen von der Schützenstraße aus fußläufig erreichbar. Landrat Söllner: "Besser kann es eigentlich nicht sein - und das ist sicher nicht der Standard." Er lobte auch die Unterstützung durch Oberbürgermeister Henry Schramm: "In Kulmbach geht das mit der Unterbringung von Asylbewerbern und unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen Hand in Hand. Was wir nicht besprochen haben, das war die Kostenseite, weil ich einfach gesagt habe, die Unterbringung geht erst einmal vor. Für uns ist das im Nachgang allerdings schon eine wichtige Frage."

Die Staatssekretärin verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass der Bund für die Länder und Kommunen drei Milliarden Euro zusätzlich vorgesehen hat. Zur ihrer Frage, welche Mehrkosten der Landkreis im Zusammenhang mit den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen hat, stellte Jugendamtsleiter Klaus Schröder fest: "Das lässt sich momentan noch gar nicht sagen, weil die reinen Leistungskosten durch überörtliche Träger ersetzt werden. Ein großes Problem ist aber der zusätzliche Verwaltungsaufwand. Wir haben jetzt noch zwei weitere Verwaltungsmitarbeiter eingestellt."

Wie Anette Kramme weiter ausführte, bestehe zwar die Anweisung, die Sprachkurse zu erhöhen, doch derzeit gebe es kaum noch Sprachlehrer auf dem Markt - und genau das gleiche Problem sei bei den Sozialpädagogen. Derzeit sind in der Einrichtung in der Schützenstraße mit Sigrun Gremer eine Sozialpädagogin, zwei Erzieher und zwei Heilerziehungspflegerinnen tätig - und zwei weitere Kräfte wurden noch kurzfristig eingestellt.


Kleidung als Hauptproblem

Das Hauptproblem bei den jungen Leuten ist derzeit die Kleidung. Sigrun Gremer: "Die kommen alle mit Badeschlappen und kurzen Hosen. Die Kleiderspenden kommen alle in großen Größen." Staatssekretärin Anette Kramme brachte hier die Kleiderkammer in Bayreuth ins Gespräch.Inge Aures fügt hinzu: "Das ist unsere Aufgabe und das machen wir auch gern! Wir gehen mit den Jugendlichen auch zum Zahnarzt - das ist für alle Mitarbeiter ein neues Feld, aber auch eine richtige Herausforderung und es macht unseren Leuten auch Spaß. "