Die ersten warmen Frühlingstage haben die Fahrradfahrer schon ins Freie gelockt. Doch vor dem Start in die Saison sind ein paar Sachen zu beachten, damit der Auftakt gelingt. Zweiradmechaniker Patrick Backert von Radsport Dressel gibt Tipps, wie man sein Fahrrad richtig aus dem Winterschlaf weckt.


Die Reifen

Das Wichtigste ist, den Luftdruck im Reifen zu prüfen. Wie stark jedes Rad aufgepumpt werden darf beziehungsweise welchen minimalen Luftdruck man nicht unterschreiten sollte, steht auf jedem Reifen. Wenn das Fahrrad den Winter über einen Platten hatte, kann der Mantel eine Delle haben - hier sollte man einen neuen kaufen.
Kleine Risse an der Mantel-Seite sind nicht dramatisch, damit kann man fahren. Oft entstehen Risse, wenn das Rad benutzt wird, aber zu wenig Luftdruck im Reifen ist. Der Reifen wird dann anfälliger für Pannen. Prinzipiell sollte ein Fahrradmantel alle sechs bis acht Jahre ausgewechselt werden.


Die Kette

Vor dem Saison-Start sollte die Kette geölt werden. Am besten verwendet man dazu ein Kettenspray. Das haftet gut und ist schmutzabweisend. Der Tipp des Fachmanns: Während des Sprühens die Kette mit dem Pedal drehen - drei Umdrehungen lang sprühen.

Wer mit einer Kettenschaltung fährt, braucht sich um die Kettenspannung keine Sorgen zu machen - dafür sorgt der Kettenspanner ganz automatisch. Anders ist das bei einer Nabenschaltung, hier sollte der Fachmann einen Blick auf die Kette werfen.

Das Licht
Moderne Fahrräder haben in der Regel einen Nabendynamo. Wenn das Licht nach dem Winter nicht mehr funktioniert liegt das meist daran, dass durch Feuchtigkeit die Kontakte korrodiert sind. Die dünnen Drähte einfach mit Schleifpapier säubern, dann geht das Licht in der Regel wieder.

Die Bremsen
Bei allen Bremsarten sollte vor Beginn der Fahrt ein Funktionstest durchgeführt werden, sprich die Bremshebel ziehen und die Bremswirkung testen.
Zu beachten ist, dass es bei hydraulischen Bremsen zwei Varianten gibt: zum einen Bremsen, deren Hydraulik mit Mineralöl funktioniert. Diese Bremsen sind wartungsfrei, bei ihnen muss nur alle sechs bis sieben Jahre etwas Öl nachgefüllt werden. Dann gibt es hydraulische Bremsen, die mit DOT arbeiten (die gleiche Bremsflüssigkeit, die in Autos oder Motorrädern verwendet wird). Das hat den Vorteil, dass die Bremse höhere Temperaturen aushält, was vor allem für sportliche Fahrer Sinn macht (zum Beispiel beim Downhillfahren). Der Nachteil: Die Bremsflüssigkeit sollte alle Jahre ausgetauscht werden.

Die Schrauben
An Lenker und Vorbau alle Schrauben nachziehen.

Akku beim Elektrorad
Der Akku sollte im Winter regelmäßig nachgeladen werden. Wenn sich der Akku nicht mehr laden lässt, ist das ein Zeichen für eine Tiefenentladung. Da hilft nur noch der Besuch beim Fachhändler.

Der Kundendienst
Beim Fachhändler geht es natürlich ins Detail: Laufräder zentrieren, Radlager schmieren, Schaltung einstellen und vieles mehr. Bei den Elektrorädern wird zudem die Software auf den neusten Stand gebracht.

Die Trends 2015
"Nach wie vor das Thema sind Elektrobikes", verrät Patrick Backert. Im Mountainbike-Bereich sind Fat-Bikes aktuelle. Dabei handelt es sich um Bikes ohne Federgabel, dafür mit vier Zoll (zehn Zentimeter) breiten Reifen, die guten Gripp im Gelände bieten, aber einen hohen Rollwiderstand haben.