Sie sind eine schöne Tradition, die Blasmusikserenaden an den Vorabenden der Bierwocheneröffnung. nach der Kulmbacher Stadtkapelle am Donnerstagabend rockte am Freitagabend das Sinfonische Blasorchester Kasendorf den Marktplatz und viele hundert Besucher ließen sich das Gratis-Open-Air-Konzert nicht entgehen.

Kurz vor halb neun ist der Marktplatz gut gefüllt. An der Eisdiele gibt es schon lange keinen freien Platz mehr, nur die Bratwurstbuden bleiben geschlossen. Viele bringen sich ihre Camping-Stühle selbst mit, eine ganze Reihe an Sitzmöglichkeiten hat auch der Musikverein aus Kasendorf herbeigeschafft.

"Let me entertain you" heißt das Robbie-Williams-Medley mit dem das Sinfonische Blasorchester unter der Leitung seines Dirigenten Thomas Eschenbacher den Abend beginnt. Klassiker aus Swing und Rock sind es, die auch diesmal wieder auf den Pulten liegen, und das Konzept geht auf. Unter den Besuchern sind Touristen und Passanten, die zufällig vorbeigekommen sind, genauso wie Musikfreunde, die gezielt auch von weiter angereist sind, Decken und sogar einen Imbiss dabei hatten.

"Altes bewahren, Neues erfahren", das ist einer der Leitsätze in der Blasmusik, und kaum eine Formation setzt ihn so konsequent um, wie das seit Jahren in der Höchststufe spielende Große Blasorchester des Musikvereins Kasendorf. Musik, die swingt, die man kennt und bei der man automatisch im Takt mitwippt, gibt es. Beispielsweise Stevie Wonders "Sir Duke" oder Adeles "Skyfall", wunderbar interpretiert, blitzsauber intoniert und sorgsam ausbalanciert und von der Sopranistin Marion Schmid, die sich später auch noch eine Ballade der britischen Sängerin Leona Lewis vornimmt. Das Blasorchester zeigt dabei eindrucksvoll, was Klangkultur bedeutet.

Einer der Höhepunkte von "Sinfonie rockt den Markt" war sicher das Rock-Classic-Medley mit Titeln unter anderem von Michael Jackson, Cindy Lauper, Survivor und Elton John. Man mag es gar nicht glauben, wie gut das alles mit den richtigen Arrangements für Blasorchester und unter der sorgsamen Einstudierung von Dirigent Thomas Eschenbacher funktioniert.

Fast schon ein Klassiker ist Glen Millers flott und mitreißend sowie mit bester Bigband-Qualität musizierte Komposition "Pennsylvania 6-5000". Ein Urgestein an der Gitarre ist Wolfgang Diem. Er hat nicht nur beim eindrucksvollen und mit hohem Wiedererkennungswert aufgeführten Carlos-Santana-Medley seinen großen Einsatz.

Zweiter Gesangssolist ist Andreas Kasper, unter anderem mit "Another brick in the wall" von Pink Floyd. Unglaublich gut klingt an diesem Abend der Heavy-Metal-Schmachtfetzen "Nothing else matters" von Metallica in blitzendem Blech und vollendetem Klang. Natürlich gibt es auch Zugaben, etwa "Knockin' on heavens door" von Bob Dylan.

Sogar ein Vorprogramm stand diesmal auf dem Plan. Es war der Gegenbesuch der befreundeten Musikkapelle aus dem ungarischen Agendorf. Das Treffen stand im Zeichen des gegenseitigen Kennenlernens, des kulturellen Austausches und der Vertiefung freundschaftlicher Beziehungen. Dabei passten sich die Ungarn wunderbar dem Motto der Freunde aus Kasendorf an und spielten Hits von Abba bis Michael Jackson, aber auch die Blasmusikklassiker, die man auch hierzulande gut kennt: den Konzertmarsch "Die Sonne geht auf" von Rudi Fischer oder den "Böhmischen Traum" von Norbert Gälle als Zugabe.