Seit September 1987 ist die Frauengruppe der Feuerwehr Mannsflur aktiv und heute ein unverzichtbarer Bestandteil der Löschgruppe. Der 25. Geburtstag wurde jetzt gebührend gefeiert.

"Es war eine der ersten Damenwehren im nördlichen Landkreis Kulmbach, und 1994 stellten wir Frauen schon mehr als 25 Prozent - von insgesamt 42 waren es elf - der Aktiven der Ortswehr. Una Nölscher, Karin Thomas, Jeanette Heiß, Jutta Schott, Martina Peinelt, Marion Küfner, Susanne Taig, Heidi Hain und ich schrieben, so meine ich, eine Erfolgsgeschichte", sagt die heutige Gruppenleiterin Karin Thomas im Gespräch mit der Bayerischen Rundschau.

Nachdem die vor 25 Jahren aus der Taufe gehoben war, legten die neun Damen in einer kompletten Gruppe noch im gleichen Jahr fehlerlos - wie 21 Männer unserer Löschgruppe - die Leistungsprüfung "Löschangriff" ab. "Die Prüfungen wiederholten wir Frauen in der folgenden Zeit im regelmäßigen Abstand von zwei Jahren und waren dabei oft Vorbild für unsere männlichen Kollegen. Zu viert hielten wir in den Folgejahren durch bis zum Leistungsabzeichen Gold-Rot. Durch unseren Ehrgeiz kam neuer Schwung in die Mannsflurer Feuerwehr", sagt Thomas selbstbewusst.

Nach ihren Worten waren die Frauen auch bei den jährlichen Übungen dabei und arbeiteten sogar selbst eine Funkübung aus. Sehr zufrieden ist die Gruppenleiterin mit dem kameradschaftlichen Umgang und der Akzeptanz durch die Wehrmänner.

Den Männern ebenbürtig

Erfolgreich absolvierten die Damen nach ihren Worten auch viele Lehrgänge vom Truppmann bis hinauf zum Gruppenführer. Und Karin Thomas ist stolz darauf, dass sie mit einigen anderen Damen die Leistungsprüfung "Technische Hilfeleistung" mit Bravour abgelegt hat.

"Wir wollten und haben bewiesen, dass wir den Männern ebenbürtig sind. Natürlich arbeiteten wir alle miteinander auch gerne im Vereinsleben mit und stehen auch dort unsere Frau", betont Thomas.

"Märchen beginnen immer mit dem Satz: Es war einmal. Bei uns hier in Mannsflur ist die Frauengruppe immer noch aktiv und aus unserer Feuerwehr nicht wegzudenken", sagte Kommandant und Vorsitzender Rainer Kaspar beim Kameradschaftsabend im Schulungsraum des Gerätehauses. Im Laufe der Jahre habe sich Gruppe dezimiert, bedingt durch Heirat und Wegzug aus dem Gemeindebereich. In den zurückliegenden Jahren habe die Damenwehr aber durch Uschi Laaber, Rosemarie Kaspar, Jessica Döring, Karin Tobner, Kerstin Stäsche, Tanja Badusche und Andrea Zuber eine Auffrischung erfahren. "Aktuell sind es sechs, die aktiven Dienst leisten. Und ich glaube, dass es nicht wieder eine Unterbrechung gibt. Sehr zuversichtlich stimmt mich dabei, dass sich in unserer Jugendgruppe Mädchen für den aktiven Dienst interessieren und ausgebildet werden", betonte Kaspar.
Die Frauen leisten ebenso selbstlos Hilfe bei der Einsätzen wie ihre männlichen Kollegen, unterstrich Kaspar. Seit einigen Jahren stellte die Frauengruppe zudem immer eine Mannschaft beim Vereinsschießen der Schützengesellschaft Marktleugast. So konnten das Team sowie Una Nölscher schon erste Plätze einheimsen.

Eine großartige Arbeit leisten die Damen laut Kaspar bei Veranstaltungen des Feuerwehrvereins. So sind auf ihr Betreiben hin kleine und feine Termine im Jahreskalender wie Kinderfasching, Nachtwanderung und Halloweenparty hinzugekommen.

Vier Gründerdamen noch dabei

Kaspar hatte für die Gründerdamen Una Nölscher, Martina Peinelt, Jutta Schott und Karin Thomas Urkunden und je eine Rose parat. Ebenso durften sich die anderen anwesenden Damen sowie die Kreisfrauenbeauftragte Barbara Michel aus Kupferberg über Blumen freuen.

Marktleugasts Dritter Bürgermeister Franz Uome, selbst Mitglied der Mannsflurer Wehr, gratulierte der Frauengruppe zum 25. Geburtstag und einem nicht alltäglichen Jubiläum. "Es ist viel geleistet worden, und der Markt Marktleugast ist stolz auf euch", sagte Uome und hatte eine Spende parat.

Die Frauenbeauftragte des Kreisfeuerwehrverbandes Kulmbach, Barbara Michel, zog - selbst erst 27 Jahre alt - ihren Hut vor dem Geleisteten und zollte den Frauen Respekt für die jahrzehntelange selbstlose Arbeit.
Das Dankeschön der Feuerwehr-Führungskräfte sowie des Landkreises Kulmbach drückte Kreisbrandmeister Karl Schott aus. Er wünschte sich, dass die Mannsflurer Frauengruppe ein weiteres Vierteljahrhundert besteht. Auch Schott überreichte eine Spende.

Nach dem offiziellen Teil des 25. Jubiläums der Frauengruppe wurde auch die Auszeichnung Vereinsschießen in Marktleugast gefeiert. Die Mannsflurer Wehr hatte als teilnehmerstärkster Verein ein 15-Liter-Fass Bier gewonnen.