Nur noch sieben Tage, dann kommt das Ende der Welt: Die Kometenkonferenz hat gesehen, dass die Erde - wegen der Menschen - ein Problem hat und aus dem Takt geraten ist. Und so hat die Konferenz beschlossen, dass Komet Konrad um punkt 17.33 Uhr zwanzig Kilometer nördlich von Paris einschlagen soll. Der große Komet wird mit so großer Wucht aufprallen, dass nichts von der Erde übrig bleibt.
Ausgehend von dieser himmlischen Rahmenhandlung zeigt der Autor des Stückes - Jura Soyfer - dann auf satirische Weise die Menschheit vor der Apokalypse. Er blendet die Geschehnisse im Zweiten Weltkrieg ein, zeigt Menschen in völliger Verblendung.

Flucht und Chaos

Die Theatergruppe des Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums setzte das Stück am Mittwochabend in der Dr.-Stammberger-Halle frei um. In einzelnen Szenen, die völlig losgelöst voneinander standen, näherten sich die Schauspieler dem Thema aus verschiedensten Blickwinkeln. Da gab es Flucht und den Ersten Weltkrieg. Es gab einen wahren Ausverkauf und jede Menge Geschäftemacherei. Die Zeitungen der Weltpresse überschlugen sich mit Schlagzeilen rund ums Thema Weltuntergang. Und die Schüler kommentierten die Artikel nur mit den Worten: "Mensch ärgere dich nicht".
Bei einem Ost-West-Gipfel versuchen sich die Entscheider der Welt mit einer Wunder-Maschine zu retten. Doch vor lauter Feilscherei um die Rettungsmaschine, zerstören die Politiker diese. Und immer wieder klang die Weisheit durch: "Du hast keine Chance. Nutze Sie!" Wie ein Mantra.
Doch nicht nur Horrorszenarien wurden geschmiedet, sondern das Theaterstück enthielt auch witzige und satirische Elemente. So wurde eine Weltuntergangsshow inszeniert, es erklang das fröhliche Kinderlied: "Wir werden alle sterben!". Die Wissenschaftler überschlugen sich in Fachdiskussionen.

Wozu die Mühe?

Doch heimlich hatte der Planet Konrad beschlossen, dass er 2000 Kilometer vor der Erde lieber abbremst, die Erde nur zwei Mal umrundet und dann abdreht. Der Grund: "Die Menschen leben doch sowieso alle nur noch fünfzig Jahre - wozu die Mühe!?", fragte Konrad.
Seinen Reiz bekam das Theaterstück durch die Schnelligkeit der Szenenwechsel. Die Schauspieler kamen ohne jegliche Kostüme aus, erschienen nur in Schwarz. Die Planetenkonferenz wurde mit Einblendungen von fremden Galaxien und All-Aufnahmen erzielt.
Geradezu unheimliche Momente brachten die Schauspieler durch das Rezitieren von Bibelstellen, durch kirchliche Gesänge und durch das Schildern von Katastrophen ins Spiel. Und durch dauernde Stroboskoplicht-Blitze bekamen diese Schreckens-Szenarien eine besondere Dramatik.

Live-Kameras im Einsatz

Tolle Effekte erzielte Regisseurin Bianka Zeitler auch durch den Einsatz von Live-Kameras. Immer wieder wurden Zuschauer eingeblendet, die Darstellung auf der Bühne während des Spiels auf einer überdimensionalen Leinwand aus einer anderen Perspektive gezeigt. Jede einzelne Figur spielte ihre Rolle perfekt und gab nachdenkenswerte Anregungen.

Oberstufenschüler des Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums hatten passend zur Theateraufführung "Der Letzte macht das Licht aus" zwei Ausstellungen zu den Themen Erster Weltkrieg und die Sprache des Krieges im Foyer der Stadthalle präsentiert.