Die Weichen sind gestellt, die Baukommission der Diakonie Neuendettelsau hat erst vor Kurzem getagt und das Konzept bestätigt: Im kommenden Jahr beginnt die Sanierung des Roten Adlersaals im Himmelkroner Schloss, das zur Diakonie gehört. Die Kosten sind mit knapp 520 000 Euro veranschlagt.

Geplant sind die Maßnahmen schon lange: Im Jahr 2005 wurden in dem repräsentativen Saal Risse festgestellt. Kurze Zeit später wurde er gesperrt.

"Die Risse entstanden, weil sich der Dachaufbau gespreizt hat. Dadurch gab es im darunterliegenden Mauerwerk die Risse", erklärt Armin Wissel, der Leiter des Wohnbereichs Himmelkron in der Diakonie Neuendettelsau.


Immer wieder wurde gebaut

Über die Jahrhunderte sei immer wieder gebaut worden. "Dadurch ist das Dach immer instabiler geworden." Eine Notsicherung habe schon stattgefunden, damit die Schäden nicht größer werden.

Der Pressesprecher der Diakonie Neuendettelsau, Thomas Schaller, erklärt die Finanzierung des 520 000 Euro teuren Projekts. Die Diakonie selbst steuert knapp 180 000 Euro zu. Von der Oberfrankenstiftung gibt es 200 000 Euro, vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege 60 000 Euro, von der Bayerischen Landesstiftung 50 000 Euro, von der Gemeinde Himmelkron 25 000 Euro und vom Landkreis Kulmbach 2500 Euro.

Allerdings weist Schaller darauf hin, dass man "bei einem historischen Bauwerk dieser Dimension nicht im Voraus auf den Cent sagen kann, was es kostet." Bei so einem Vorhaben sei die Kostenermittlung durch Fachleute wie Ingenieure und Architekten trotzdem nur eine Orientierungsmarke. "Es gibt keine Garantie, dass es dabei bleibt."

Mit Blick auf die Witterung werden die Arbeiten nicht vor Frühjahr 2016 beginnen. Die Bauzeit wird auf zwei Jahre geschätzt.

Das wird gemacht: Fehlende Hölzer im Gebälk werden ergänzt, defekte Teile ausgetauscht. Die Risse werden verschlossen und neu verputzt. Und natürlich werden Stabilisierungsmaßnahmen durchgeführt, damit sich der Dachstuhl nicht weiter aufzieht. "Was genau passiert, muss man dann vor Ort entscheiden", sagt Pressesprecher Schaller. Ziel der Arbeiten sei es, das Gebäude dauerhaft zu sichern.

Eine Herausforderung sind sicherlich die beengten Platzverhältnisse, wie Armin Wissel ergänzt. "Es können nur wenige Leute im Dachstuhl arbeiten."

Und Wissel betont weiter, dass die Heimeinrichtung beziehungsweise die Diakonie den Saal eigentlich nicht braucht, dafür keine Verwendung hat. "Wir erhalten den Roten Adlersaal aus Verantwortung für die Region und das historische Gebäude."

Da erhält er sofort Zustimmung von Thomas Schaller: "Der Saal ist grundsätzlich eine Bereicherung für den Ort, deshalb soll er auf keinen Fall verfallen."

Zugleich wollen beide Missverständnisse vermeiden: "Es handelt sich nicht um eine Innensanierung." Es gehe ausschließlich um die Sicherung der Bausubstanz.

Auf Nachfrage erklärte Pressesprecher Schaller zudem, dass sich in Sachen Verkauf des Schlosses noch nichts getan hat. "Das Schloss ist bewohnt und wird es noch auf Jahrzehnte bleiben." Der Prozess der dezentralen Unterbringung sei aber nach wie vor am Laufen, betont Schaller.

Armin Wissel rechnet mit einem Zeitrahmen von mindestens 20 Jahren.