Seine erste Sitzung dauerte 55 Minuten: Der neue Mainleuser Bürgermeister Robert Bosch (CSU) hat seine Premiere erfolgreich gemeistert. Auf der Tageordnung standen neben seiner Vereidigung auch die Wahlen seiner Stellvertreter. Zweiter Bürgermeister wurde Jürgen Karg (SPD), Dritter Bürgermeister Günther Stenglein (Freie Wähler). Beide konnten in den jeweiligen Wahlgängen 18 von möglichen 19 Stimmen auf sich vereinen. Beide waren es auch, die in zwei Wahlgängen gegen Bosch im Rennen ums Bürgermeisteramt unterlegen waren.

Als neues Marktgemeinderatsmitglied wurde Sebastian Türk (CSU) vereidigt. Er rückt für Robert Bosch auch in den Rechnungsprüfungsausschuss nach. Die SPD gab bekannt, dass Michael Marx zum neuen Fraktionsvorsitzenden ernannt wurde.

Einer der ersten Amtshandlungen des neuen Bürgermeisters war gleich eine ungewöhnliche: Er stellte den Antrag, seine Amtszeit zu begrenzen. "Keine Sorge, ich bin noch nicht amtsmüde", scherzte Bosch. Sein Vorschlag hat folgenden Hintergrund: Durch die Verkürzung fällt die nächste Bürgermeisterwahl wieder mit den Gemeinderats- und Kreistagswahlen zusammen. "Das spart uns einen Wahltag und damit Aufwand und nicht zuletzt Kosten." Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Damit dauert die Amtszeit des Rathauschefs drei Jahre und zehn Monate und endet am 30. April 2020.

In seiner Rede zum Amtsantritt ging Robert Bosch nochmals auf den fairen Wahlkampf ein. "Im Kampf um das Spitzenamt in der Mainleuser Kommunalpolitik blieb die hervorragende Zusammenarbeit aller Gemeinderäte zu keiner Zeit auf der Strecke." Seinen Dank richtete Bosch auch an seinen Vorgänger Dieter Adam (Freie Wähler).

Das Ergebnis im zweiten Wahlgang sei für Bosch ein Vertrauensbeweis, für den er sich herzlich bedankte. "Es ist ein großer Vorschuss, mit dem ich meine Arbeit beginnen kann. Ich will ein Bürgermeister für alle sein." Von einer Gleichgültigkeit gegenüber kommunalpolitischen Themen oder gar einer Politikverdrossenheit habe er in den Gesprächen mit vielen Bürgern nichts gespürt. Seine Maxime: "Überzeugungsarbeit, Transparenz und Unvoreingenommenheit halte ich für notwendige Voraussetzungen, um dem Ziel des Zusammenwirkens gerecht zu werden." Bürgerbeteiligung beginne für ihn damit, öffentliche Angelegenheiten auch in öffentlicher Sitzung zu behandeln.

Als erste Aufgabenfelder nannte Bosch unter anderem die Förderung der Wirtschaftsunternehmen vor Ort, die Bereitstellung von Wohnraum für Familien, aber auch Senioren, die Stärkung des wohnortnahen Schulstandorts sowie den Ausbau des Radwegenetzes. In Sachen städtebaulicher Entwicklung nannte er die Neugestaltung der Ortsmitte als größte Herausforderung für den Markt. Bei der Entwicklung des Spinnereigeländes setze er auf einen Mix aus Handel, Handwerk, Dienstleistungen und Wohnen.

Seine Rede beendete er mit den Worten: "Ich freue mich sehr auf dieses Amt und ich habe großen Respekt vor der Aufgabe, die mich erwartet. Die Amtskette wiegt nur einen Bruchteil im Vergleich zum Gewicht der Verantwortung, die ich auf meinen Schultern fühle."