"Gott möge die Einrichtung bewahren vor Schaden", sagte Diplomingenieurin Katrin Mayer von der Zimmerei Konrad bei ihrem Richtspruch für den neuen Paul-Gerhardt-Kindergarten. Ein Wunsch, der hoffentlich erhört wird. Der neue "Pauli" erhebt sich nach dem verheerenden Brand vor 15 Monaten mittlerweile als zweigeschossiger Rohbau in der Friedrich-Schönauer-Straße.

Wie Architektin Gitta Kestel erläuterte, entsteht auf 1930 Quadratmetern Fläche ein Neubau, der nicht nur aktuellen Bauvorschriften gerecht werde, sondern auch den hohen Anforderungen des Passivhaus-Standards: dank Wärmepumpe und "mitdenkenden Fenstern", die durch Spezialglas die Räume im Sommer kühlen und im Winter die Sonnenstrahlen durchlassen. Das Gebäude sei frei von CO 2 -Emmissionen. Auf 30 Mal 17 Metern Grundfläche (890 Quadratmetern Nutzfläche) biete sich genug Platz für drei Kindergartengruppen (jeweils 25) sowie eine Krippengruppe für 12 Jungen und Mädchen. Das Personal bekommt eigene Räume.

Die Kosten für das gesamte Projekt bezifferte Gitta Kestel auf rund 2,62 Millionen Euro. "Wir bauen im Vergleich zum ehemaligen Kindergarten um 80 Prozent größer. Und genau dieser Prozentanteil fehlte auch bei der Deckung der Versicherungssumme. Deshalb war und ist ein Finanzierungsplan nötig, der - trotz der Förderung durch die Stadt, die "Die Kita" GmbH sowie die Landeskirche sowie Eigenmitteln der Mangersreuther Kirchengemeinde - noch eine gewisse Lücke aufweist. Wir freuen uns über jeden zusätzlich gespendeten Euro."

Den Segen für die Einrichtung spendete Pfarrerin Bettina Weber. "Fast auf den Tag genau 15 Monate nach dem Feuer wächst der neue ,Pauli' sichtbar." Der Kindergarten werde von innen nach außen gestaltet, das pädagogische Konzept spiegelt sich in der Gestaltung wider.

"Meine drei Kinder waren hier im ,Pauli'", bekundete OB Henry Schramm. Das Thema Kindergarten hatte das Stadtoberhaupt nach dem Brand stark gefordert. "Es waren viele Gespräche nötig, um die Betreuung der Kinder zu gewährleisten." Sein Dank galt dem Team um Leiterin Monika Hoffmann für die Arbeit unter schwierigen Bedingungen. Dank einer Regelung unter Einbeziehung eines städtischen Grundstücks lasse sich zudem die kleinere Außenfläche noch vergrößern.

Elke Wuthe, Fachbereichsleiterin der "Die Kita" GmbH, bekundete ihre Erleichterung über den Fortschritt. "Ich freue mich schon auf die Einweihung."

Rückblick: die Schreckensnacht vom 31. Juli 2015 und ihre Folgen

31. Juli 2015, gegen 1.45 Uhr. Auf dem Heimweg vom Bierfest bemerkt ein Anwohner, dass Flammen aus dem Paul-Gerhardt-Kindergarten schlagen. Er alarmiert umgehend die Feuerwehr. Die rückt umgehend mit 140 Mann in der Friedrich-Schönauer-Straße an und kann immerhin das Übergreifen des Feuers auf Nachbarhäuser verhindern. Der Kindergarten brennt völlig nieder.