Es ist ein glücklicher Tag für Karl-Heinz Kuch: "Die Entscheidung des Vorstands der Raps-Stiftung, sich für den Familientreff Negeleinstraße zu engagieren, ist ein wichtiger Baustein, um die Zukunft der Einrichtung zu sichern. Das lässt uns voller Hoffnung in die Zukunft blicken", sagte der Geschäftsführer der Geschwister-Gummi-Stiftung, als er von der verbindlichen Finanzierungs-Zusage erfuhr. "Ich möchte mich sehr herzlich bei der Stiftung, insbesondere bei der Familie Kühne, für diese großzügige Unterstützung bedanken. Das bringt uns in unserem Bemühen einen großen Schritt weiter."

Die frohe Botschaft kam zum richtigen Zeitpunkt: Am Montag hat der Familientreff nach der Sommerpause wieder geöffnet. "Viele junge Familien und Senioren werden sich freuen, dass es nun doch noch eine Chance für unser Haus gibt."

Der Wegfall der staatlichen Förderung hätte beinahe das Aus für den Familientreff bedeutet. Ein jährliches Defizit von 40.000 Euro auszugleichen - dazu ist die Geschwister-Gummi-Stiftung, die Träger des Mehrgenerationenhauses ist, nicht in der Lage. Nach der Ankündigung, das Haus müsse zum Jahresende den Betrieb einstellen, veröffentlichte infranken.de einen Spendenappell - mit überwältigender Resonanz.

Zum Spenden-Erfolg nicht unerheblich beigetragen hat auch die "Ice Bucket Challenge": Viele Kulmbacher ließen sich für den aktuellen Benefiz-Trend via Facebook begeistern und kippten sich nicht nur einen Eimer Eiswasser über den Kopf, sondern spendeten auch fleißig.

Letztlich ist der Träger aber darauf angewiesen, nicht nur das aktuelle Minus der Einrichtung auszugleichen, sondern die Zukunft für die nächsten Jahre zu sichern, und da werden natürlich mehr Mittel benötigt.

Eine wertvolle Institution

Die Adalbert-Raps-Stiftung ist der Rettungsanker Nummer eins: "Selbstverständlich helfen wir gerne, wenn hier bei uns in Kulmbach eine gesellschaftlich bedeutsame Institution wie der Familientreff vom Aus bedroht ist," betont Frank Kühne, Vorstand der Raps-Stifung.

Die Adalbert-Raps-Stiftung hatte sich schon 2001 mit Zuwendungen von weit mehr als 100.000 Euro an der Sanierung des ehemaligen Gummi'schen Waisenhauses beteiligt, ohne die der Familientreff gar nicht erst hätte entstehen können. Dach, Heizung und Fenster des Anwesens wurden damals mit dieser Hilfe instand gesetzt. Nicht zuletzt deshalb sei es "ein Herzensanliegen", das Kulmbacher Leuchtturm-Projekt am Leben zu erhalten, so Kühne.

Die herausragende Bedeutung des Mehrgenerationenhauses für das soziale Miteinander in der Stadt sei unbestritten, sagt Kühne: Über 80 Ehrenamtliche und vier fest angestellte Mitarbeiter kümmern sich um Organisation, Betreuung und Begleitung der Angebote im Familientreff. Dieser sei Anlaufpunkt, Kommunikations- und Beschäftigungsort sowie "zweites Zuhause" für Kinder, Familien und Senioren gleichermaßen. Mehr als 100 Kulmbacher nehmen täglich das breite Angebot der Einrichtung in Anspruch.

Wurzelbehandlung statt Pflaster

Grundsätzlich lege die Adalbert-Raps-Stiftung bei der Entscheidung über Zuwendungen besonderen Wert auf die nachhaltige Wirksamkeit der Fördermaßnahmen: Statt "Pflaster" zu verteilen, will man Probleme an der Wurzel packen und dabei helfen, Finanzierungswege zu finden, die auf langfristige Stabilisierung zielen.

Ganz diesem Ansatz verpflichtet, hat sich die Adalbert-Raps-Stiftung entschieden, die zugesagte Unterstützung in Höhe von insgesamt 50.000 Euro bis 2018 in Form jährlicher Zuwendungen von jeweils 10.000 Euro auszuschütten. Dieses Modell deckt bereits für 2014 ein Viertel der akut benötigten Summe.

Darüber hinaus ermöglicht die langfristige Ausrichtung der Unterstützung es der Führungsriege von Diakonie und Geschwister-Gummi-Stiftung, einen soliden, auf Dauerhaftigkeit angelegten Finanzierungsplan zu erarbeiten.

Frank Kühne: "Wenn unser Engagement in der Form Spuren hinterlässt, dass eine Einrichtung wie der Kulmbacher Familientreff auch in Jahrzehnten eine zweite Heimat für Bürger aller Generationen ist, dann hat sich unser Einsatz gelohnt."