Michael Weich hat den Braten gerochen. "Die schwarze Wolke da oben, das schaut nicht gut aus", glaubt er. Und er kennt sich quasi von Amts wegen - als Stadtbrandmeister der Kulmbacher Feuerwehr - mit Wasser aus. Kaum gesagt, fängt's schon zu schütten an. Der Platzregen bricht los - gerade, als der Gregori-Festzug am Samstagnachmittag durch die Obere Stadt marschiert und die Spitze das Vereinshaus erreicht. Noch sind die Kinder vergnügt: "Zickezacke Hühnerkacke", rufen sie.

Nach einer Schleife durch Spitalgasse, Grabenstraße und Buchbindergasse erreichen die Buben und Mädchen der Oberen Schule, der Pestalozzischule und der Max-Hundt-Schule schon völlig durchnässt den Marktplatz. Dort macht Oberbürgermeister Henry Schramm kurzen Prozess: "Alles war prima, bis uns der Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht hat", sagt er und verzichtet auf eine große Rede.

Der Regen hört nicht auf. Kindern, Lehrern und Eltern ist der Spaß vergangen. Luftballons steigen lassen, Fahnenband anheften und Frankenlied - alles passiert gleichzeitig. Gregori im Eiltempo.

Im Anschluss geht es zurück in die Schulen. In der Oberen Schule ärgern sich die Zwillinge Tessa und Mara Ickenstein (Klasse 3b) über das Wetter. "Der Regen ist doof, es ist ganz kalt", schimpft Tessa. Und Mara meint: "Jetzt ist der Kletterbaum nass. Da ist es schwierig hochzukommen." Dabei hätte sie gern ein Lineal oder Tischtennisschläger ergattert.

Vielleicht hat es Mara ja noch geschafft - denn so schnell, wie er gekommen ist, so schnell verzieht sich der Regen auch wieder. Am späteren Nachmittag schaut wieder die Sonne raus, und die Spiele können stattfinden. "Ohne Kletterbaum ist kein Gregori", heißt es in der Max-Hundt-Schule, und die Kinder stehen Schlange, bis sie drankommen. Oder sie probieren aus, was sie an der Torwand und beim Büchsenwerfen draufhaben.

An der Pestalozzischule wird noch das 20-jährige Bestehen des ökumenischen Kinderhorts gefeiert. Und Rektor Karl Schmidt dirigiert den Kinderchor, der ein Lied zum Hort-Jubiläum singt: " Unser Hort hat keine Segel, und er fährt nicht auf dem Ozean, aber wie ein Schiff auf großer Reise hat er manchen Sturm erlebt in all den Jahren."