"Preußenstolz", "Wiege des Schicksals" und "Verszerzödes" heißen die Gruppen, die beim "5. Nationalen Frankentag" in Schwarzach auftreten sollen. Als Redner sind Vorsitzender Uwe Meenen vom veranstaltenden Bund Frankenland, "freier Nationalist" Matthias Fischer und der Stadtrat der Bürgerinitiative Ausländerstopp in Nürnberg, Sebastian Schmaus, vorgesehen. Am 8. September soll eine größere Veranstaltung der rechten Szene in Schwarzach stattfinden.
Von rund 130 Besuchern ist in der Anmeldung die Rede, die am 8. September in dem kleinen Mainleuser Ortsteil erwartet werden. Unter der Hand spricht man von rund 500 bis 600 Personen aus der rechten Szene, die nach Schwarzach kommen könnten.
Denn beim vorangegangenen Frankentag 2011 in Ansbach-Roden im Landkreis Main-Spessart (Unterfranken) waren es nach Angaben des Veranstalters rund 600 Gäste, die zu Reden, Rechtsrock-Musik und "nationalem Kasperletheater" kamen.
Ausschreitungen gab es damals nicht: "Aus polizeilicher Sicht nahezu störungsfrei hat sich das Versammlungs- und Veranstaltungsgeschehen in Ansbach gestaltet", hatte es in Pressebericht des Polizeipräsidiums Unterfranken vor einem Jahr geheißen.
Dass die rechte Szene keine Angriffsfläche bietet, gehört zu deren Taktik, erklärt Erwin Burger. Er ist am Landratsamt zuständig für öffentliche Sicherheit und Ordnung. "Die halten sich an alle Auflagen, das sind Profis. Die wissen genau, was sie dürfen und was nicht."

"Telefone glühen heiß"


Er bestätigte die Anmeldung des "5. Nationalen Frankentags" auf dem Gelände in Schwarzach, auf dem bereits der Bayerntag der NPD stattgefunden hatte. Zu der "öffentlichen Versammlung" finde demnächst ein Gespräch mit Polizei und Gemeinde statt, in dem die Auflagen festgelegt werden. Dann gebe es ein Gespräch mit dem Veranstaltungsleiter und den Gegendemonstranten. Denn seit der Bekanntgabe des Termins regt sich heftiger Widerstand. "Die Telefone glühen bei mir heiß."
Zu den Gegner der Veranstaltung zählen Wolfgang Meisinger, Ortssprecherin Tina Kummer sowie Klaus Knorr aus Schmeilsdorf. Die Zusammenkunft habe eine ganz andere Dimension als der Bayerntag der NPD, ist Knorr überzeugt: "Die sind nicht friedlich, sondern gewaltbereit. Das sind die, denen die NPD zu seicht ist." Vor diesem Hintergrund gehe er davon aus, dass Gemeinde und Landratsamt bei der Entscheidung über die Genehmigung "nicht mehr so wohlwollend sind". Auf jeden Fall sei eine Gegenveranstaltung zum Nationalen Frankentag geplant.

Etwas "massiv unternehmen"


Der Schmeilsdorfer Knorr will es nicht länger hinnehmen, dass rechte Treffen im benachbarten Schwarzach durchgeführt werden. "Nur wenn man massiv etwas unternimmt, verdrücken die sich", ist er sicher. Im Vorfeld des NPD-Bayerntags hatte er 10 000 Flyer ausgeteilt, sich gegen Rechts stark gemacht. Er hofft nun wie Meisinger darauf, diesmal mehr Teilnehmer aus den umliegenden Gemeindeteilen zur Teilnahme an der Gegenveranstaltung gewinnen zu können.

Bürgermeister: "Wollen die nicht"


Wie man auf den Frankentag reagieren soll, überlegt auch Bürgermeister Dieter Adam: "Wir müssen klar und deutlich zeigen: Wir wollen die nicht." Am kommenden Mittwoch finde ein Gespräch von Gemeinde, Landratsamt und Polizei statt. Dabei werde man schauen, "wie wir eine Lösung finden, um ihnen die Veranstaltung so zu vermiesen, dass sie nicht mehr herkommen".
Man müsse sich jedoch im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten bewegen, stellt der Bürgermeister fest. "Vielleicht kann man im Ort ein Parkverbot aussprechen. Eigentlich dürfen die mit den Autos gar nicht auf das Gelände fahren, denn die Zufahrt ist nur für Berechtigte frei", so Adam. Wenn tatsächlich Hunderte zu dem Treffen kommen: "Wo parken die dann?"
Er habe jedenfalls keine Angst, dass Schwarzach zu einem festen Treffpunkt der rechten Szene wird. "Weil die Gemeinde und die Bevölkerung alles geben, damit sie keine Genehmigung bekommen. Wir müssen zeigen: Ihr habt hier keine Chance."
Er werde auch das Gespräch mit dem Grundstücksbesitzer suchen, der das Gelände zur Verfügung stellt, um Überzeugungsarbeit zu leisten. "Vielleicht ist das nur eine Trotz-Reaktion, weil er angepöbelt und gemieden wird."