Die Sonne steht nicht einfach nur am Himmel, sondern es scheint so, als ob sie über die Wiesen und Wälder fliegen würde und dabei die Stadt und die gesamte Landschaft in ein freundliches Licht tauchen würde. Die große gelbe Sonne hat strahlend blaue Augen, einen lachenden Mund. So interpretierten die Schüler der Carl-von-Linde-Realschule den Himmelskörper jedenfalls, wenn es darum geht, im Hundertwasser-Stil zu zeichnen.
Mit einem Gemälde - frei nach dem legendären Künstler Friedensreich Regentag Dunkelbunt Hundertwasser - gestalteten die Schüler der Arbeitsgruppe "Wandgestaltung" eine komplette Wand im Erweiterungstrakt der Realschule.

"Am Anfang war nur klar, dass wir ein farbenfrohes Bild machen wollten", erklärte die Kunsterzieherin Mira Mayek. Daraufhin initiierte sie einen Wettbewerb. Carolin Ott aus der sechsten Klasse hat dabei den ersten Platz erreicht. Und ihr Bild diente als Grundlage für das Mega-Wandbild. "Wir haben aber noch einige Elemente aus anderen Bildern eingefügt."

"Es waren viele gute Ideen dabei", sagt Mira Mayek. Die Kunstlehrerin hat dann die Grundformen auf die Wand übertragen. "Das war gar nicht so einfach, denn die Proportionen mussten stimmen, die Perspektive. Man musste immer wieder weggehen, das Bild aus der Ferne anschauen."


Es gab auch mal Pannen

Als diese Etappe beendet war, ging es an die Gestaltung. Die jüngeren Schüler übernahmen die Gestaltung der unteren Bereiche, die größeren Schüler malten die weiter oben gelegenen Teile aus. Die elfjährigen Laura Stöcker und Antonia Kolb waren stolz, dass sie die bunten Häuser gestalten durften.

"Ganz wichtig war, dass nichts weiß bleibt", erklärt Antonia Kolb. Bei den Häusern griffen die Schüler tief in die Farbtöpfe. Allerdings mussten alle Farben selbst angemischt werden. "Einen Patzer hat es auch gegeben, beim See hat die Farbe nicht gereicht, wir mussten neu mischen", zeigt Laura Stöcker. Die größeren Schüler - wie Sarah Schilge (15) und Pauline Schweens (15) haben die weiter oben gelegenen Bereiche des Bildes gestaltet, mussten sogar auf Leitern steigen.

Bis das Kunstwerk fix und fertig war, werkelten die Mitglieder der Arbeitsgruppe sieben Monate lang. Kunstlehrerin Mayek zollte ihren Schützlingen großen Respekt. An dem Wandgemälde haben Schüler der fünften, sechsten, achten und zehnten Klasse mitgewirkt. Und jeder, der geholfen hat, hat sich selbst ein bisschen verwirklicht.
Die Kosten für die Farbe hat Oberbürgermeister Henry Schramm aus seinem persönlichen Verfügungsrahmen übernommen. "Kunst ist etwas Wunderbares. Ihr habt nicht nur für das Kunstwerk gearbeitet, sondern habt dabei etwas fürs Leben gelernt", so Schramm.

Die offizielle Einweihungsfeier des Gemäldes wurde musikalisch vom Schulchor umrahmt sowie von einen Referendar-Ensemble.