Rauchmelder-Kontrolleure - die gibt es gar nicht. Offiziell jedenfalls. Und dennoch sind in einigen Bundesländern solche "Prüfer" von Haus zu Haus unterwegs, manche angeblich in Feuerwehruniform. In Wahrheit handelt es sich um Trickbetrüger, die sich mit einer neuen Masche Zutritt zu Privatwohnungen verschaffen wollen. In den sozialen Netzwerken wird bereits großflächig vor einer neuen Kriminalitätswelle gewarnt. Zurecht?
Einzelne Fälle aus anderen Bundesländern sind zwar bekannt geworden - inwiefern es sich aber um ein bereits weit verbreitetes Phänomen handelt, kann derzeit keiner sagen. "Uns jedenfalls ist noch kein Fall gemeldet worden", bekundet Reinhard Eber von der Polizeiinspektion Kulmbach.


Feuerwehr ist nicht zuständig

Der Rat der Ordnungshüter: Sollten Unbekannte oder angebliche Feuerwehrleute sich mit einer solch hanebüchenen Kontrollabsicht an der Haustür melden, dann in keinem Fall darauf einlassen und die Polizei verständigen. Die Feuerwehren erklären explizit, sie seien definitiv nicht für die Überprüfung von Rauchmeldern zuständig, hätten dafür auch gar keine Erlaubnis.
Was es in Bayern jedoch gibt: eine Pflicht zum Einbau der Warngeräte. Im Freistaat gilt seit 1. Januar 2013 die Vorschrift, dass Rauchmelder in Neubauten installiert werden müssen. Eine Übergangsfrist ist für Bestandswohnungen beschlossen worden; diese müssen bis zum 31. Dezember 2017 nachgerüstet werden.
Vorgeschrieben ist mindestens ein Rauchmelder in jedem Kinder- und Schlafzimmer sowie jedem Flur, der zu Aufenthaltsräumen führt. Geregelt ist die Rauchmelderpflicht im Paragraf 46 der Bayerischen Bauordnung (BayBO).


79-Jährige in Bremen bestohlen

In den sozialen Netzwerken wie Facebook hatten sich zu Beginn der Woche Meldungen gehäuft, in denen vor dreisten Trickdieben gewarnt wird. Es soll, so wurde geschrieben, Hinweise auf eine regelrecht organisierte Verbrecherbande geben. Einen verifizierbaren Vorfall gibt es: Die Polizei in Bremen hatte von einer 79-Jährigen berichtet, die auf diese Weise geschädigt wurde. In dem Glauben, dass die Überprüfung der Rauchmelder ihre Richtigkeit habe, ließ die Dame die Täter in ihre Wohnung. Während einer sie in ein Gespräch verwickelte, gab der andere vor, die Geräte auf ihre Funktionsfähigkeit zu testen. Nachdem die Männer sich verabschiedet hatten, musste die Seniorin feststellen, dass die Unbekannten einen Goldring sowie Bargeld hatten mitgehen lassen.


In Oberfranken kein Thema

Daraufhin machten Mutmaßungen über Fälle auch in Oberfranken die Runde. Doch das kann das Polizeipräsidium Oberfranken in Bayreuth explizit verneinen. Pressesprecher Dominik Fehn sagte auf Nachfrage, es sei den Ordnungshütern nichts davon bekannt. Man habe aufgrund der Informationen auf den Internet-Plattformen nochmals genauer nachgeforscht, sei aber auf keinen überprüfbaren Vorfall gestoßen.


Angebliche Falschmeldung

Andere Polizeidienststellen, beispielsweise in Nordrhein-Westfalen, reagierten ihrerseits und verkündeten, bei den Nachrichten über die Rauchmelder-Kontrolleure handele es sich offenbar dezidiert um Falschmeldungen. Allerdings gibt die Polizei prinzipiell den Rat, keine Fremden in die Wohnung zu lassen.
Jeder könne zur Sicherheit auch bei seiner jeweiligen Hausverwaltung nachfragen, ob tatsächlich eine Überprüfung veranlasst wurde. Hausverwaltungen kündigten Arbeiten im Haus vorher in der Regel an.