Roland Wolfrum formuliert es bildlich: "Beim Rathaus geht es jetzt aufwärts." Was der Bürgermeister damit meint: Nach der Trockenlegung der Außenmauern und dem Bau eines barrierefreien Zugangs wird nun schadhafter Außenputz an dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude erneuert und ein neuer Anstrich der Fassaden vorbereitet.

Das Rathaus ist vor einigen Tagen eingerüstet worden, damit Paul Spindler und die Mitarbeiter der gleichnamigen Firma für Putz- und Sanierungsarbeiten aus Stadtsteinach an die schadhaften Stellen herankommen.

"Im Sockelbereich werden wir einen Sanierputz verwenden, im Fassadenbereich Kalkputz", erklärt Paul Spindler. Weiterhin seine Aufgaben: Das verpressen von Wandrissen und die Risssanierung. Sind diese Arbeiten erledigt, steht ein Komplettanstrich der Rathausfassaden an. Die Farbauswahl dazu wird in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege getroffen, das Gebäude wird aber in etwa die gleiche Farbgestaltung wie bisher behalten.

Auf Knopfdruck
Die Sanierungsarbeiten am Rathaus, das die Verwaltungsgemeinschaft Stadtsteinach-Rugendorf von der Stadt Stadtsteinach gemietet hat, haben schon vor über zehn Jahren begonnen. Der Dachsanierung folgte dann die Erneuerung der Fenster und die Sanierung und technische Ertüchtigung der Büros.

Nach der Trockenlegung der Außenmauern und der Schaffung eines barrierefreien Zugangs durch die Firma STK werden die Firma Bodenschlägel und Elektriker Gerhard Weiß noch die Eingangstür umbauen, die dann auf Knopfdruck automatisch öffnet.

Weiterhin im Gesamtkonzept von Ingenieur Hans Spindler, der die Arbeiten konzipiert hat: Externe Stromanschlüsse für Veranstaltungen auf dem Marktplatz, ein sogenannter Hotspot, mit dem ein öffentlicher und drahtloser Internetzugriff ermöglicht wird, und eine Beleuchtung der Rathausfassade.

Balkon bleibt erhalten
Eine gute Nachricht hat Hans Spindler im Hinblick auf den Rathausbalkon: Die Statik reicht aus, um ihn zu erhalten. "Aber eventuell wird eine Lastbegrenzug notwendig."

Ob der Abschluss der Arbeiten wie geplant bis zur Kirchweih in Stadtsteinach erfolgen kann, hängt auch entscheidend davon ab, wie sich die Wittterung entwickelt und wie die Putze trocknen.

Gut 28.000 Euro Zuschuss
Dass die Barrierefreitheit im Rathaus momentan nur für das Erdgeschoss gegeben ist, stellt laut Bürgermeister Roland Wolfrum (SPD) und Verwaltungsleiter Florian Puff für das Tagesgeschäft kein Problem dar. "Wenn ein Besucher nicht in eines der Büros in den Obergeschossen kommen kann, dann kommt das Büro eben zu ihm", sagt Wolfrum.

Mit den Bauarbeiten, die nach den Berechnungen von Hans Spindler knapp 180.000 Euro kosten und mit 28.700 Euro aus Mitteln der Städtebauförderung bezuschusst werden, sind die Gesamtplanungen freilich noch nicht abgeschlossen. Ein nächster Bauabschnitt soll ein Treppenhaus im rückwärtigen Gebäudebereich enthalten und nach Möglichkeit die Barrierefreiheit für die Obergeschosse bringen. Außerdem auf der Agenda: eine von außen zugängliche öffentliche Toilette.