Kein Tag vergeht mehr ohne ein Motto. Über Sinn und Unsinn von Gedenktagen lässt sich streiten. Haben Sie schon jemals am 25. April (Welt-Pinguin-Tag) an die tapsigen Geschöpfe vom Süd-Pol gedacht? Oder am ersten Sonntag im Mai (Weltlachtag) krampfhaft Spaß haben wollen?

Der Welthurentag (2. Juni) soll wohl ebensowenig zum Fremdgehen animieren wie der Tag des Schlafes (21.) - warum heißt es eigentlich nicht die Nacht des Schlafes? - zum Nickerchen am Arbeitsplatz.

Hinter dem Tag des Deutschen Butterbrotes (Letzter Freitag im September) oder dem Weltnudeltag (25. Oktober) stecken natürlich genauso kommerzielle Absichten - beides Erfindungen der Industrie - wie hinter dem Valentinstag (14. Februar), dem großenTag der Blumenhändler.

Keine Blumen ohne Wasser. Ihm ist der 22. März, gewidmet. Wie gedankenlos wir mit der Quelle allen Lebens umgehen, darauf machte erst dieser Tage eine Studie der Uni Bayreuth aufmerksam, die in vielen heimischen Flüssen und Bächen winzige Plastikteilchen fand. Na sauber.

Da fragt sich der besorgte fränkische Biertrinker: Was, wenn das Plastik den Weg ins Bier findet? Ist dann der Tag des Bieres in Gefahr? Bis dahin sollten wir also am 23. April noch kräftig feiern. Und bloß nicht an den Welt-Lebertag (20. November) denken.