Wenn Pfarrer Ignacy Kobus von seiner Heimatgemeinde Marktschorgast zur Autobahnkirche Himmelkron düst, dann ist er seit kurzem nahezu lautlos unterwegs. Sein neues Auto sorgt in den beiden Kirchengemeinden und darüber hinaus für Gesprächsstoff. Denn als erster Pfarrer im gesamten Landkreis hat sich der gebürtige Pole getraut, sich ein reines Elektroauto anzuschaffen.


"Das ist einfach eine saubere Sache"


"Ich bin überzeugt, dass die Elektromobilität die Zukunft ist. Denn das ist einfach eine saubere Sache", sagt Kobus und macht auf die Kohlendioxid-Einsparungen aufmerksam, die mit seinem Auto möglich sind.

Der Marktschorgaster Geistliche, der auch die Autobahnkirche betreut, hatte sich im Vorfeld verschiedene Modelle angesehen. Letztlich hat er sich für einen Renault Zoe entschieden. "Ich wollte gleich ein Elektroauto und hatte die Wahl, ob ich ein Vorführauto in Schwarz nehme oder einen nagelneuen Wagen in Blau - und ich habe mich für das Neue entschieden. Das ist mal eine etwas andere Farbe", sagt der Pfarrer.


Begeistert vom Fahrgefühl


"Das ist mein Beitrag für den Umweltschutz und die Ökologie", so Kobus weiter. Er sei begeistert von den ersten Erfahrungen. Die Nennreichweite liege bei 240 Kilometer. "Und wenn man bremst, dann lädt das Auto wieder nach und gewinnt an Reichweite. Das Fahrgefühl in einem Elektroauto ist ganz anders als in einem Diesel oder Benziner", sagt er.

Die Prämie für E-Autos hat der Seelsorger beantragt, doch ausschlaggebend war der staatliche Zuschuss für seine Entscheidung nicht. "Ich hatte mir schon länger überlegt, ein Elektroauto zu kaufen. Und jetzt hat sich das eben so ergeben", sagt er.

Dass in Himmelkron eine Schnellladestation ganz in der Nähe der Autobahnkirche vorhanden und einer weitere geplant ist, hat seine Entscheidung natürlich befördert. Und auch in Marktschorgast soll bald eine Ladesäule gebaut werden.

Tatsächlich befindet sich Pfarrer Ignacy Kobus in bester Gesellschaft. Das erzbischöfliche Ordinariat hat bereits zwei Elektroautos in den Dienst gestellt. "Wir sind uns der Verpflichtung zur Bewahrung der Schöpfung bewusst", sagt Erzbischof Ludwig Schick. Und bislang hat auch er nur gute Erfahrungen gemacht.


Noch nie stehen geblieben


"Nein, wir sind noch nie stehen geblieben. Es hat noch nie eine Panne gegeben", bestätigt die Pressestelle. "Wir wollen unseren Beitrag leisten, den Kohlendioxid-Ausstoß zu minimieren und damit helfen, der Klimaerwärmung entgegenzuwirken", betont der Erzbischof.

In Bamberg werden die beiden E-Autos im Betriebshof des Erzbistums Bamberg übrigens mit Strom aus rein ökologischer Erzeugung "betankt". Das ist die ökologisch sinnvollste Variante. "Gerade für Abteilungen wie die Pressestelle oder das Baureferat sind die E-Autos eine echte Alternative", sagte Sven Doppernas, der Leiter der Stabsstelle Zentrale Dienste am Domberg. Für dienstliche Termine innerhalb Bambergs oder in der näheren Umgebung seien die E-Autos "geradezu ideal".

Erste Erfahrungen in Sachen E-Mobilität macht derzeit auch der Pfarrer von Untersteinach. Wolfgang Oertel hat "als schnellster Pfarrer Bayerns" bei Antenne Bayern für ein Jahr einen BMW i8 gewonnen. Zwar kein reines Elektro-Auto, aber immerhin ein Hybrid-Flitzer der Extraklasse.