Neue Firmen hat es in den vergangenen Jahren im Thurnauer Gewerbegebiet einige gegeben - diese haben sich aber alle in bestehenden Gebäuden niedergelassen. Umso größer ist jetzt die Freude darüber, dass die erste Neuansiedlung seit Ende der Neunziger Jahre bevorsteht, die auch mit einem Neubau verbunden ist. Die letzte neue Betriebsstätte hatte im Jahre 1998 die Firma Galax-Profile Am alten Sägewerk errichtet.

Gemeinderat sagt Ja

Die Schittenhelm GmbH aus Bayreuth, die den Online-Versandhandel "textilwaren24.de" betreibt, wird sich auf einer Fläche an der Autobahn niederlassen, für die die Marktgemeinde seit vielen Jahren einen Käufer gesucht hat. Zwar steht die Genehmigung des Kulmbacher Landratsamtes noch aus, doch hat der Gemeinderat dem Bauvorhaben in seiner Sitzung am Montagabend schon mal zugestimmt. Gründe, das Projekt noch abzulehnen, sieht der Thurnauer Verwaltungsleiter Hans-Peter Ströbel nicht.

Für 400.000 Euro

Die Schittenhelm GmbH investiert rund 400.000 Euro. Sie wird auf einem 1750 Quadratmeter großen Grundstück zwischen der Staatsstraße 2189 und der Industriestraße unterhalb des Esso-Autohofs eine knapp 300 Quadratmeter große Versandhalle mit Büro- und Sozialräumen errichten. Geschäftsführer Uwe Schittenhelm, der in Kasendorf wohnt, zieht mit seiner Firma von Bayreuth nach Thurnau komplett um. Die familiäre Situation habe bei der Entscheidung eine Rolle gespielt, aber auch die Tatsache, dass Thurnau dank der A70 über eine "tolle Verkehrsanbindung verfügt".

Sechs Millionen Euro Umsatz

Der Onlinehändler, der mit seinen zwölf Mitarbeitern einen Jahresumsatz von über sechs Millionen Euro macht, bietet unter den Namen "textilwaren24.de" im Internet Waren verschiedenster Hersteller an: von T-Shirts, Hemden und Blusen bis hin zu Unterwäsche, Mützen, Arbeitskleidung, Taschen, Rucksäcken und Accessoires. "Wir beliefern auch Großhändler", teilt Uwe Schittenhelm mit, dessen Firma seit 2009 eine GmbH ist.

"Ein Glücksgriff"

Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) sprach in der Gemeinderatssitzung von einem "Glücksgriff", Gemeinderat Hans-Friedrich Hacker (CSU) begrüßte es, "dass sich wieder mal ein Unternehmen in unserem Gewerbegebiet niederlassen will". Dass es nicht einfach gewesen sei, dass Grundstück an den Mann zu bringen, stellte Erwin Schneider von den Freien Wählern fest. Auf langwierige Verhandlungen blickte auch Bürgermeister Martin Bernreuther zurück. Er sprach nach der Sitzung von einer "super Sache , da eine Firma, die am Markt schon etabliert ist, zu uns nach Thurnau kommt".

Weitere Neuansiedlung

Die Freude im Gemeinderat war groß, zumal sich ein weiteres Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe in naher Zukunft in Thurnau ansiedeln wird. Um welche Firma es sich dabei handeln wird, wollte Martin Bernreuther gestern noch nicht sagen. Er teilte jedoch mit, dass der Notarvertrag mit dem Unternehmen, das von der Gemeinde ein Grundstück auf Erbpacht beziehe, bereits unterzeichnet ist.

Der zweite Coup

Es sei zwar auch kein richtig großer Betrieb, der in der Marktgemeinde viele neue Arbeitsplätze schaffen werde, doch wertet der Bürgermeister den zweiten Coup, der in Sachen Ansiedlungspolitik in einem kurzen Zeitraum gelungen sei, als einen wichtigen Schritt beim Ziel, den Wirtschaftsstandort Thurnau voranzubringen.