Bergner, zugleich Bürgermeister der Stadt Hohenleuben, ist mit der Politik der aktuellen rot-rot-grünen Thüringer Landesregierung alles andere als einverstanden. Er sei aus der "Volksrepublik Thüringen", und die rot-rot-grüne Regierung sei ein "Freilandversuch" von Sozialromantikern und ein Renaissance-Versuch von Ex-SEDlern, NVA-Offizieren und alten Stasi-Spitzeln, brachte er es auf den Punkt. "Ich erinnere mich noch an die Marxismus-Seminare im Rahmen meines Ingenieurstudiums, genau so gehen diese Leute vor - sie machen Bündnispolitik", so Bergner.

"Das geht auch die Franken an", fuhr er fort. "Denn das, was wir in Thüringen erleben, ist ein Freilandversuch für ganz Deutschland", warnte er: "Ohne die Liberalen stirbt die Freiheit scheibchenweise." Bergner kritisierte Vorratsdatenspeicherung und immer neue Überwachungsforderungen. Seine Befürchtung ist, dass die Maut spätestens 2017 auch für die deutschen Autofahrer teuer wird oder dass vielleicht sogar eine entfernungsabhängige Maut kommen werde. "Damit kann man dann Bewegungsmuster - auch von Privatpersonen - aufzeichnen und wunderbar überwachen. Wer die Freiheit für Sicherheit aufgibt, wird am Ende beides verlieren", warnte Bergner.

Die FDP müsse sich jetzt stärker denn je stark machen für die Vielfalt von Lebensentwürfen, für Freiheit, für eine Gründungskultur. Leistung muss sich wieder lohnen.

Auch der Asylpolitik erteilte Bergner eine Absage. "Die Menschen, die nachweisen, dass sie bei uns in der Lage sind, selbst durchzukommen, müssen ein Aufenthaltsrecht bekommen. Unser Einwanderungsrecht ist falsch", urteilte er und prangerte den Sprachunterricht an. Jeder Asylbewerber müsse Sprachunterricht bekommen, ehe er das Aufethaltsrecht erhält.

Kreisvorsitzender Thomas Nagel widmete sich den Kulmbacher Themen. Die Forderung der SPD, die Öffnungszeiten für Spielhallen zu beschränken, sei wirkungslos. "Wenn die Spielhallen zwei Stunden weniger geöffnet sind, wird das keine Sucht verhindern - vor allem nicht in Zeiten von Internet", so Nagel, der auch Schokoriegel-Verbot, Rauchverbot und die stetig wachsende Reglementierungswut der Politik anprangerte. "Man muss den Menschen wieder Eigenverantwortlichkeit zutrauen. Und wir brauchen mehr Freizeitangebote für Jugendliche", so Nagel. Er schlug vor, den Kaufplatz wiederzubeleben. "Eine Grünzone und ein Abriss wären die schlechteste Variante. Vielleicht lässt sich auf dem Gelände eine Disco, ein Freizeitzentrum, ein Fachmarktzentrum oder etwas ähnliches etablieren", sinnierte er.

Nagel forderte außerdem eine Vernetzung der touristischen Angebote. Obwohl die FDP gegen den vierspurigen Ausbau der B 85 sei, dürfe man kann Blockadepolitik betreiben.

Der Präsident der Thomas-Dehler-Stiftung, Thomas Hacker, schlug in die selbe Kerbe. Die Junge Union habe gefordert, dass im Radioprogramm 30 Prozent aller Titel deutsche Lieder sein sollten. "Wir dürfen nicht immer die Menschen bevormunden und darauf hoffen, dass es die Mutti in Berlin schon richten wird."

Auch die Politik des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer nahm Hacker auf die Schippe. Seehofer wolle bis zum Jahr 2030 rund 32 Milliarden Schulden zurückzahlen, plane aber nur 500 Millionen Euro pro Jahr ein. "Dann dauert das 64 Jahre - wie kann man so jemandem eine verlässliche Politik zuschreiben", fragte Hacker, der sich abschließend wünschte, dass der Erfolg der Liberalen in Hamburg Schule macht.