Dieses Wort ist ein Ungetüm - es passt nicht in eine Zeile rein: Kniebundhosen-Stammtisch-Wanderclub Danndorf. Aber es erklärt, was die Mitglieder dieser Vereinigung verbindet: die Geselligkeit und die Freude am Wandern.

Hervorgegangen aus einem Stammtisch im Danndorfer Hellerhof, besteht der KSW bereits seit 40 Jahren. "Von Anfang an stand die Idee im Vordergrund, gemeinsam Freizeitaktivitäten zu gestalten. Man wollte auch Wanderungen und Busfahrten unternehmen", berichtet der Chronist der Vereinigung, Gerd Hans Oehrlein. "Und nach zünftiger Brotzeit saßen wir Naturfreunde stets beinander und sangen Heimatlieder."

Untrennbar verbunden mit der Geschichte des Kniebund hosen-Stammtisch-Wanderclubs ist ein Name: Rudi Fischer. Als Präsident hat er ebenfalls schon 40 Jahre auf dem Buckel. Und er will auf jeden Fall noch ein paar Jahre dranhängen.

Die neue Vereinigung ging gleich im Gründungsjahr daran, das gesellschaftliche Leben in Danndorf zu bereichern: Kaffeekränzchen (Oehrlein: "Zu unserer Überraschung waren beim ersten Mal 100 Teilnehmer da"), Hasenessen, Sommerfest, Weihnachtsfeier. Die Danndorfer starteten bei IVV-Wanderungen, und rund ums Dorf wurden sechs Ruhebänke aufgestellt.


Alles mit Muskelkraft

"Ein besonderes Brauchtum wurde 1981 eingeführt: das Aufstellen eines Maibaumes", weiß Oehrlein. "Anfangs war es eine richtige Schinderei, weil wir alles mit Muskelkraft gemacht haben." Inzwischen wird der mit markantem Zunftwappen geschmückte Baum auf Rollen an seinen Standort neben dem Dorfplatz transportiert.

Wie anderswo auch blieb es nicht aus, dass der Maibaum geklaut wurde. Der Schimmendorfer Stammtisch der "Wolpertinger", Oberdornlacher Schlingel oder erst vor zwei Jahren ein paar Jugendliche aus Kulmbach, darunter auch eine Enkeltochter des Präsidenten, gaben das entführte Prachtstück erst nach zähen Verhandlungen und nach Übergabe von Bier und Brotzeit zurück.


Unbekannte Rüpel am Werk

"Kein Spaß war allerdings eine Aktion von bis heute nicht bekannten Rüpeln. Diese sägten nämlich den Baum bis zur Mitte an. Nur der Aufmerksamkeit einiger Danndorfer ist es zu verdanken, dass kein größeres Unglück geschah", so Oehrlein.

Er und seine Mitstreiter sind besonders stolz, dass sie am 3. Juni 1983 mit dem Bundespräsidenten wandern durften: Karl Carstens hatte damals auf dem Rennsteig von Tettau nach Ludwigsstadt viele Wanderer um sich geschart.

Auch zu zwei Fernsehauftritten kam der KSW. 1981 wurde ein Beitrag über die Wanderer in der Sendung "Blickpunkt Sport" des Bayerischen Rundfunks mit Waldemar Hartmann gezeigt. Heuer waren die Danndorfer als Zuschauer beim "Bayernlos" des BR dabei. Chronist Oehrlein verfolgte den Auftritt am Fernseher und meint: "Schade, dass sich Moderator Peter Fraas damit vom Glücksrad verabschiedet hat."


Quartier in Oberdornlach

36 Jahre war der Kniebundhosen-Stammtisch-Wanderclub im Hellerhof zu Hause, bis das Wirtshaus vor vier Jahren für immer geschlossen wurde. Deshalb ist man ins Gasthaus Grampp nach Oberdornlach umgezogen.
"Fast jeden Monat wird seit 40 Jahren eine Wanderung angeboten, vor allem im wunderschönen Frankenland. Und dies wird sicherlich von den Wanderwarten so fortgeführt", sagt Oehrlein, der im Jubiläumsjahr ein positives Fazit zieht: "68 Mitglieder haben wir im 40. Jahr unseres Bestehens. Am Anfang gab man uns nur ein Jahr." oe/tir