Ursprünglich wollte er Chemie-Lehrer werden. Dass er aber dann Theologie studieren und eine Laufbahn als Pfarrer einschlagen sollte, das hatte Andreas Gebelein anfangs so nicht geplant. 30 Monate wird der 26-Jährige in der evangelischen Kirchengemeinde Buchau-Weismain jetzt als Vikar wirken. Kennenlernen können die Gläubigen den jungen Mann beim Vorstellungsgottesdienst am Sonntag um 10.15 Uhr in der evangelischen Kirche in Weismain.

Das Chemie-Studium legte der 26-Jährige zu den Akten, weil er sich ein Leben im Labor nicht vorstellen konnte. "Da hätten mir die sozialen Kontakte gefehlt." Dann spielte er mit dem Gedanken, Religions-Lehrer zu werden.

Schon immer in der Jugendarbeit engagiert

Weil er sich aber in seiner Heimat Bad Steben schon immer stark in der Jugendarbeit (Jungschar, Kindergottesdienste, Jugendkreis, Konfirmanden-Freizeiten) engagiert hatte, entschied er sich gegen ein Lehramt und für ein richtiges Theologie-Studium. "Damit kann ich mein großes Hobby, die Jugendarbeit, mit dem Beruf verbinden. Ich habe gemerkt, dass es mir Spaß macht, Leute in ihrem Glauben zu begleiten, ihnen Input zu geben. Mich vorne hinzustellen und von Gott zu erzählen." Und die Lehrer-Komponente sei da ja auch mit dabei.

In die Kirchengemeinde Buchau-Weismain kam er aus Zufall. Im Predigerseminar in Nürnberg konnte er seine Wünsche äußern: ob er in eine Stadt oder Lieber aufs Land will, in welchen Kirchenkreis er gerne möchte. "Ich habe gesagt, dass mir Oberfranken gefällt, dass ich die Leute und die Landschaft mag." Die Stadt Weismain, in der er die nächsten 30 Monate wohnen wird, kannte er vorher nicht - "nur das Bier".

Aber sein Eindruck von dem Jura-Städtchen ist gut. "Das Flair im alten Stadtkern ist schön, richtig verträumt. Das hat mir gefallen. Der Marktplatz mit seinem mittelalterlichen Fachwerk hat einen Charme, der mich begeistert hat."

Wohnung in Weismain gefunden

Bei der Wohnungssuche haben Andreas Gebeleins Mentoren, das Buchauer Pfarrer-Ehepaar Claudia und Ulrich Jobst, tatkräftig unterstützt. "Sie haben das im Gottesdienst gesagt - danach ging es ganz schnell." Apropos Pfarrer-Ehepaar: "Wir haben uns um Dezember zusammengesetzt. Sie waren selbst ganz überrascht, dass sie so schnell einen Vikar bekommen", erzählt Gebelein.

Was ihn nun in seinem neuen Amt erwartet, will der 26-Jährige auf sich zukommen lassen. "Ich hatte anfangs die Befürchtung, dass ich nicht viel machen kann. Aber diese Bedenken haben meine Mentoren zerstreut." Ein Vikariat soll ein Ausprobieren sein - inklusive Taufen, Hochzeiten, Bestattungen, Seelsorge und Konfirmanden-Unterricht. "Ich kann alles selbst machen. Das ist gut, so lernt man am meisten. Und man kann versuchen, die Theorie aus dem Studium auf ihre Praxistauglichkeit zu testen."

Und wenn er Zeit hat, will er wandern. "Da passt Weismain ja. Hier führt sogar der Frankenweg entlang. Und der geht auch in meine alte Heimat."



Zur Person


Andreas Gebelein stammt aus Bad Steben und ist 26 Jahre alt.

Schule Nach der Realschule in Naila besuchte Gebelein die Fachoberschulen in Hof und Weiden. Dort holte er das allgemeine Abitur nach, um studieren zu können.

Studium 2008 begann er mit dem Theologie-Studium an der Augustana-Hochschule in Neuendettelsau. Es folgten Semester in Wien und Göttingen, ehe er das Studium im Oktober 2014 in Neuendettelsau beendete.

Hobbys Das große Hobby des jungen Mannes ist die Jugendarbeit. Außerdem wandert er gerne.