Dass er einmal Schreiner werden würde, stand für Frank Spielbühler nie außer Frage. Schon als kleiner Bub ist er mit in die Thurnauer Firma gegangen, die sein Vater Heinz und sein Onkel Gerhard gemeinsam betrieben. Später hat er dort gebastelt und ausprobiert und schließlich mehr und mehr mit angepackt.

Vor fünf Jahren ist Frank Spielbühler als Schreiner im elterlichen Betrieb eingestiegen, und seit kurzem leitet der 30-Jährige das Unternehmen. Vater und Onkel haben sich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.
Seit seiner Kindheit ist der heutige Chef auf seine spätere Rolle vorbereitet worden. Er ist zuversichtlich, den erfolgreichen Weg des Unternehmens fortsetzen zu können.


Die richtige Entscheidung


Als Schüler in der Kulmbacher Realschule war er, das gibt Frank Spielbühler unumwunden zu, eher mittelmäßig. Nach der Mittleren Reife sollte eigentlich eine betriebliche Ausbildung folgen. Doch Frank entschied sich nach längeren Gesprächen mit seinem Vater dann doch anders und ging an die Berufsfachschule nach Garmisch.
Im Nachhinein war die absolut richtige Entscheidung, da ist sich Frank sicher. "Die Ausbildung dort ist einfach viel intensiver als in einem Betrieb. Wie es in einer Firma so zugeht, das hatte ich ja schon gelernt."

Später hat Frank Spielbühler dann auch die Meisterschule in Vollzeit in Garmisch besucht. 2008 hatte er den Meister mit Auszeichnung in der Tasche. Doch das Gefühl blieb, dass noch etwas fehlte. Also setzte er einen Bachelor-Professional mit Schwerpunkt Finanzwirtschaft noch obendrauf. Da war er gerade mal 25 Jahre alt.
Den Schwerpunkt Design hat Frank Spielbühler ausgeblendet. "Dafür ist meine Schwester da. Sie ist Innenarchitektin und ich kann ihr Know-how immer abrufen, wenn es um besondere Designansprüche unserer Kunden geht."


Fließender Übergang


Dabei ist eine gute Ausbildung noch lange nicht alles, um ein Unternehmen erfolgreich führen zu können. Notwendige Umstrukturierungsmaßnahmen waren nicht einfach. Schließlich sind mit den beiden Seniorchefs zwei gute Schreiner weggefallen. Der Übergang wird fließend gestaltet. Die beiden stehen gerne mit Rat und Tat zur Seite, so wie es in einem Familienunternehmen auch üblich ist.

Doch vieles muss der Nachwuchs-Chef auch selbst lernen. Das mit der Mitarbeiterführung zum Beispiel. "Da hat jeder so seinen eigenen Stil", ist sich Frank Spielbühler sicher. "Und die Zeiten haben sich auch geändert." Der neue Chef versucht, die Fähigkeiten eines jeden seiner acht Mitarbeiter - alle ausgebildete Schreiner - voll auszuschöpfen. "Den Schreinern freie Hand zu geben, klappt bei einigen ganz gut, da weckt es den Ehrgeiz. Anderen wiederum muss man auf die Finger schauen und mehr zeigen."

Dabei sei es wichtig, das richtige Maß an Autorität und Kollegialität zu finden. "Beides muss sich die Waage halten, damit die Mitarbeiter motiviert sind, aber einen trotzdem ernst nehmen." Durch den schrittweisen Einstieg in den Betrieb ist das gut gelungen. Die Errungenschaften von Vater und Onkel weiß Frank Spielbühler deutlich zu schätzen. "Wir haben ein sehr großes Netzwerk. Das unterscheidet uns von anderen. Das will ich unbedingt so weiterführen. Wir geben alles, um den Kunden zufrieden zu stellen."

Vor kurzem ist die Schreinerei endgültig in die Hände von Frank Spielbühler übergeben worden.


Goldene Meisterbriefe


Die Seniorchefs Heinz und Gerhard Spielbühler erhielten bei dieser Gelegenheit den Goldenen Meisterbrief. Diese Ehrung erhalten Handwerker, die mehr als 30 Jahre lang ihr Unternehmen erfolgreich geführt haben. Landrat, Bürgermeister, Oberbürgermeister und Vertreter der Kammer überbrachten Glückwünsche.