Die Neuensorger Bürgerinitiative gegen eine Monsterstromtrasse will den Politikern in Bund, Land und auf kommunaler Ebene "Feuer" machen. Weil sich bei der Erdverkabelung im Bereich der Marktgemeinde Marktleugast derzeit nichts bewegt, ist am Freitag, 19. August, eine Demonstration in Neuensorg geplant. Dazu will man auch die Politiker einladen.

Wie der Sprecher der Bürgerinitiative, Fritz Ruppert, verlauten ließ, sei bei der beabsichtigten Erdverkabelung derzeit ein Stillstand eingetreten. "Wir müssen unseren Politkern Feuer unterm Hintern machen, sonst schaffen wir das nicht."


Ruppert: Chancen stehen schlecht

Das Hauptproblem sah er darin, dass die Trasse in Marktleugast als Randbereich eingestuft wird. Ruppert weiter: "Aus meinem Telefonat mit der Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner konnte ich schließen, dass unsere Chancen nicht gut stehen. Uns hätte interessiert, wie sich der Verlauf nach den Sitzungen im Kreistag und Landtag entwickelt hat, da unsere interne Information von TenneT durchaus positiv war."

Voraussichtlich im Herbst, so Ruppert weiter, sollen erste Vorschläge für Trassenkorridore vorgestellt und mit der Öffentlichkeit diskutiert werden. Beim Ausbau des Höchstspannungsnetzes könnten sich interessierte Bürger einbringen.

Der Sprecher der Bürgerinitiative teilte mit, dass er MdB Zeulner und Landrat Klaus Peter Söllner informiert habe, dass man jetzt auf die Straße gehen wird. "Wenn wir nicht Druck machen, dann ist der Käse gegessen, und wir bekommen in Hinterrehberg und Neuensorg die Monstertrasse", sagte Ruppert. Er sprach von "Kasperltheater und Makulatur".


Keine Autoverkäuferin mehr

Leonhard Rohde kritisierte die CSU-Bundestagsabgeordnete, die seit der letzten Versammlung nichts erreicht habe. "Ich habe damals gesagt, sie sei jung und dynamisch, und ich würde sie als Autoverkäuferin einstellen. Das revidiere ich heute." Es würde ihn auch interessieren, so Rohde, was die Marktgemeinde und der Bürgermeister getan hätten. "Leute, wacht doch endlich mal auf", forderte er und hielt die vorgesehene Stromtrasse für eine pure Naturzerstörung.

Zweiter Bürgermeister Reiner Meisel (FW) freute sich, dass wieder Bewegung in die Angelegenheit kommt: "Ohne Aktivitäten und Druck geht nichts weiter." Er wisse, dass es im Wirtschaftsministerium in München ein Treffen des Landrats mit Staatssekretär Franz-Josef Pschierer gegeben habe. Dieser habe den Landrat beauftragt, die Besichtigung einer Erdverkabelung nördlich von Düsseldorf zu organisieren.


Meisel: CDU blockiert Gesetz

Er habe, so Meisel, vom Kulmbacher Landrat auch erfahren, dass sich die Bundestagsabgeordnete Zeulner stark für die Interessen der Bürgerinitiative eingesetzt habe. Allerdings habe es die CDU blockiert, dass die Erdverkabelung gesetzlich geregelt wird.