Thurnau verbaut viel Geld. Rund 450.000 Euro stecken die Marktwerke allein in diesem Jahr in die Erneuerung von Abwasser- und Wasserleitungen. Die Arbeiten in der Hopfenleithe und in der Von-Linde-Straße sind fast abgeschlossen, am heutigen Donnerstag rollen die Baufahrzeuge in der Egerer Straße an.

Im Thurnauer Ortskern sind viele der bestehenden Leitungen zwischen 70 und 100 Jahre alt. Wie bei einem Wohnhaus oder einem Autos sei es wichtig, beim Leitungsnetz regelmäßig in die Wartung und Sanierung zu investieren, "um nicht in einen größeren Sanierungsstau zu kommen", sagt Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU).


Die Prioritätenliste

Ziel der Maßnahmen, die die Marktwerke jetzt in die Wege geleitet haben, sei es auch, die Wasserverluste im Leitungsnetz einzudämmen, die in Thurnau nach seinen Worten rund 30 Prozent betragen. "Der Markt ist angehalten, diese Verluste dringend zu reduzieren, damit der Wasserpreis in einem erträglichen Rahmen bleibt."
Der Gemeinderat habe sich des Problems in den vergangenen Jahr angenommen. Ein Ingenieurbüro hat laut Bernreuther eine Prioritätenlisten erstellt, "bei der der Zustand der jeweiligen Leitungen unter die Lupe genommen wurde". Die Liste gelte es nun abzuarbeiten.


Parallel erfolgt der Gasanschluss

In der Hopfenleithe wurden Abwasser- und Wasserleitungen erneuert, in der von-Linde-Straße und der Egerer Straße werden die Wasserleitungen ausgetauscht. Da der Gasanschluss derzeit im Gemeindegebiet ausgebaut werde, könnten die Maßnahmen am Leitungsnetz parallel dazu vorgenommen werden. Das führe zu Kosteneinsparungen.


Zahlt der Freistaat dazu?

Für die Jahre 2016 bis 2018 sind weitere Leitungserneuerungen geplant. Wie Bernreuther ausführt, müssen auch in der Schorrmühlstraße und in der Milzau die Wasser- und Abwasserleitungen ausgetauscht werden. Ein Projekt, das man 2016 angehen wolle und das sehr kostspielig sei. Die Marktwerke hoffen daher auf eine finanzielle Hilfe des Freistaats. Der hat laut Bernreuther ein Notprogramm für finanzschwache Kommunen aufgelegt, die Investitionen in den Leitungsbau tätigen müssen. "Ich habe Thurnau in einem Schreiben an Finanzminister Markus Söder für das Förderprogramm angemeldet", sagt der Bürgermeister.