"Um es olympisch zu sagen: Unsere Spielzeit 2016 hat Edelmetall verdient. Und das dürfen wir heute mit Recht feiern." Mit diesen Worten eröffnete Vorsitzender Siegfried Küspert die Abschlussfeier an der Naturbühne.
Es war wieder eine erfolgreiche Saison. Auch geprägt von vielen Widrigkeiten, die ein solches Unterfangen zwangsläufig mit sich bringt. In erster Linie wären krankheitsbedingte Ausfälle zu nennen, die bei einer fehlenden Zweitbesetzung natürlich besonders schmerzen.


Familiärer Zusammenhalt


"Aber gerade in der Art und Weise, wie dann solche Situationen gemeistert werden, macht sich der fast familiäre Zusammenhalt des Ensembles bemerkbar", war Küspert voll des Lobes. Er bedankte sich bei Annika Ködel, Andrea Vießmann und Florian Heise, die diese personellen Engpässe selbstlos überbrückt haben. "Und zwar so gut, dass es dem Publikum überhaupt nicht aufgefallen ist."

"Diese Spielzeit können wir in unseren Analen wieder auf der Positivseite verbuchen. Ein Großteil unserer Zuschauer ist mit den Worten gegangen: Auf Wiedersehen im nächsten Jahr. Ich denke, das ist die größte Anerkennung, die wir von unserem Publikum bekommen können. Das ist kein Zufall, sondern da steckt viel Herzblut drin, das ihr für eure, für unsere Bühne eingebracht habt und einbringt", sagte Küspert. Zu diesem überragenden Engagement geselle sich auch künstlerische Qualität. Er meinte, "dass wir gerade in diesem Punkt sehr oft das Amateurhafte hinter uns lassen".

Vor allem bisher unentdeckte Talente hätten heuer für Furore gesorgt. Stellvertretend für alle nannte er Melanie Eheim und Marina Hentschel. Manche Eifersüchteleien, die auch in den besten Familien manchmal vorkommen, seien am Ende der Saison vergessen, und alle seien stolz, Mitglieder des Naturbühnen-Ensembles zu sein.


Viele Entbehrungen


"Das ist auch das Geheimnis, warum es Jahr für Jahr - und das bereits zum 63. Mal - immer wieder gelingt, etwa 60 Schauspielerinnen und Schauspieler für unsere Bühne zu aktivieren", sagte der Vorsitzende.

Dabei sei es ja nicht so, dass man hier auf dem Wehlitzer Berg nur ein paar Wochen zusammen sei. Immerhin sei es ein halbes Jahr, in dem jeder viele Entbehrungen auf sich nehme. Hier schloss Küspert auch ausdrücklich die Leistungen der guten Geister hinter und neben der Bühne, und die hervorragende Gastronomie des Gaststättenpächters Blerim Ljimoni mit ein.

"Das alles hat dazu beigetragen, dass die Saison 2016 trotz EM, Olympiade und durchwachsenem Wetter mit über 31 000 Zuschauern überaus erfolgreich war. Wir spielen Theater, weil wir Spaß und Freude daran haben. Wir arbeiten im Ehrenamt und hängen nicht am staatlichen Tropf. Dafür danke ich noch einmal jedem Einzelnem von euch", schloss Siegfried Küspert.