Die Fußball-Weltmeisterschaft hat begonnen. Und einer ist mittendrin: Stefan Pietsch. Der 30-Jährige ist gebürtiger Brasilianer, aber als Kind nach Ludwigschorgast gekommen und dort aufgewachsen.

Am 10. Juni flog er nach Brasilien. "Um Verwandte zu treffen und natürlich um die Fußball-Weltmeisterschaft hautnah mitzubekommen", sagt er.

Während seines Brasilien-Urlaubs wird er sich verschiedene Städte anschauen. Seine erste Station ist Florianópolis. In dieser Stadt, die zirka 1000 Kilometer südlich von Rio liegt, hat er auch das erste Spiel gesehen. Florianópolis ist mit rund 400 000 Einwohnern die Hauptstadt des kleinsten brasilianischen Bundesstaats Santa Catarina und liegt auf einer Insel. Florianópolis liegt in der Mitte von zwei WM-Spielorten. Curitiba ist zirka 300 Kilometer nördlich und Porto Alegre ist rund 450 Kilometer südlich von Florianópolis gelegen.

Der Tag des Eröffnungsspiels war zuerst total normal, sagt Stefan Pietsch: "Der Morgen war für einen Brasililaner wie immer: Aufstehen und zur Arbeit gehen. Mit einer Ausnahme: Fast jeder war bereits im Fussball-Outfit unterwegs. Egal ob Bankangestellter oder Verkäufer."

Aber gegen 15 Uhr habe sich dann schlagartig alles geändert: Der Arbeitstag endete und wirklich alle hatten ihre Geschäfte geschlossen - mit Ausnahme der Bars und Restaurants.

Um diese Zeit machten sich dann alle Brasilianer auf den Weg nach Hause oder zu Freunden und Verwandten. Stefan Pietsch merkt mit einem Schmunzeln an: "Das führte natürlich zu einem Verkehrschaos, in dem auch wir gelandet sind."

Zum Anstoß in der "Arena do São Paulo" um 17 Uhr Ortszeit hatten es dann aber alle Brasilianer irgendwo vor einen Fernseher geschafft.

Das Spiel selbst war für die Brasilianer natürlich Nerven aufreibend, doch schließlich ging es glücklich aus. "Und nach dem Spiel waren alle happy und haben gegrillt", sagt Stefan Pietsch. "Churrasco, nennen die Brasilianer ihre Art zu grillen."