Wegen einer Nötigung im Straßenverkehr musste sich gestern ein Schweißer aus dem Landkreis Bayreuth vor dem Kulmbacher Amtsgericht verantworten. Die Aktenlage zu dem Vorfall am 8. November 2012 auf der Bundesstraße 85 bei Leuchau war eindeutig. Offen war am Ende nur noch eine Frage: Fahrverbot ja oder nein.
Der junge Mann soll an jenem Novembertag von der Abzweigung Leuchau bis zum Stadtgebiet Kulmbach auf der Bundesstraße 85 extrem knapp hinter dem Wagen eines 51-Jährigen aus dem Landkreis Kulmbach hergefahren sein. Für diesen war im Rückspiegel nur noch die Hälfte der Motorhaube zu sehen.
Im Stadtgebiet Kulmbach soll dann der Beschuldigte zunächst rechts überholt haben. Dann habe er sein Auto nach links gezogen und den Geschädigten bis zum Stillstand abgebremst. Er ist dann ausgestiegen und es hab ein kurzer Zwiegespräch.
Der Beschuldigte behauptete, den Sicherheitsabstand überwiegend eingehalten zu haben, im Stadtgebiet sei der andere dann nur etwa 30 Stundenkilometer schnell gefahren. Das so genannte Ausbremsen sei verkehrsbedingt an einer Ampel geschehen.
Die Aussage des Anzeigeerstatters zog sich sehr lange hin. Der Mann wurde immer unsicherer in seinen Angaben. Es war auch nicht mehr absolut sicher zu klären, vor welcher Ampel sich der Bremsvorgang abgespielt hatte.
Obwohl es sich bei dem Angeklagten um einen erfahrenen Verkehrssünder handelte, kamen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung zu dem Ergebnis, das Strafverfahren einzustellen.
Der Angeklagte muss lediglich 150 Euro an die Verkehrswacht Kulmbach zahlen.
Nach der Verhandlung setzte sich der junge Mann in seinen Wagen und fuhr gut gelaunt, mit dem Handy telefonierend, in Richtung Stadtmitte davon. Fazit: Nichts dazu gelernt!