Mit einem Jubiläumskonzert zum Thema "So klingt`s in Europa" feierte der Männergesangverein "Fidelia" Kauerndorf in der Ludwigschorgaster Pfarrkirche St. Bartholomäus sein 120-jähriges Bestehen. Im Mittelpunkt stand vor allem ein Hermann Hamacher, der seit 40 Jahren den Dirigentenstab fest in der Hand hält. Was ein klein wenig traurig stimmte, das war der schlechte Besuch des Konzerts. Die Mitwirkenden hätten einfach mehr Publikum verdient gehabt.

Mit "Jauchzet dem Herrn" von Friedrich Silcher eröffnete die Chorgemeinschaft Forstlahm-Kauernburg das Jubiläumskonzert stimmungsvoll. Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Ludwigschorgast, Maria Kienzle, hieß die Besucherwillkommen und was die Gesangsreise durch Europa angeht, so verriet sie auch gleich ihren persönlichen Favoriten: "Sur le pont d`Avignon" aus Frankreich, das der gastgebende Chor Ludwigschorgast wenig später gekonnt zu Gehör brachte.

Vorsitzender Detlef Kühl vom Männergesangverein "Fidelia" Kauerndorf stellte fest, dass seine Sänger sehr dankbar sind, dieses Jubiläumskonzert in der Pfarrkirche mit der einmaligen Akustik durchführen zu können: "Das haben wir der Großzügigkeit und der Unterstützung von Pfarrer Michal Osak zu verdanken. Seine Kooperationsbereitschaft gibt unserem eher weltlichen Konzert in diesem sakralen Raum den nötigen Segen."



Ein Bad für die Seele

Kühl verwies auch auf die Vorteile des Singens. So sei die Musik für die Seele das, was das Badewasser für den Körper sei. Und in diesem Sinne wünschte Kühl den Besuchern ein angenehmes "Bad" in den Melodien und Harmonien der Lieder. Was folgte, war eine wunderbare musikalische Reise durch Europa, angefangen vom Balkan und Dalmatien über England, Schottland, Frankreich bis hin nach Slowenien, den Nachbarländern Polen und Österreich sowie Italien und Spanien.

Die beiden Chöre wechselten sich in den Liedbeiträgen immer wieder gekonnt ab. Die Höhepunkte waren der musikalische Brückenschlag nach Italien, den die Chorgemeinschaft Forstlahm-Kauerndorf vornahm, und nach Spanien mit dem Gesangverein Ludwigschorgast, wobei das "Andalusische Abendlied" und die "Fiesta voller Fröhlichkeit" zu Recht einen Riesenapplaus für die Ludwigschorgaster Sängerinnen und Sänger mit ihrem jungen Dirigenten Alexander Thern hervorriefen.

Dirigent Hermann Hamacher leitet die Chorgemeinschaft Forstlahm-Kauerndorf schon seit 30 Jahren und vor genau 70 Jahren er als junger Bursch zum Gesang: "Ich habe in einem Knabenchor im Mittweida in Sachsen das Singen begonnen und zwei meiner Mitschüler sind heute auch zu diesem Jubiläumskonzert gekommen. Der Gesang und die Musik geben mir Freude, natürlich muss ich mich durchsetzen, aber es ist schön, mit den Kameraden zusammenzuarbeiten."


Ein gefragter Mann

Beim gemischten Chor des Gesangvereins Ludwigschorgast steht mit Alexander Thern (32) ein junger Mann am Dirigentenpult. Mittlerweile ist Thern bei vielen Chören in der Region ein gefragter Mann: "Ich bin die ganze Woche mit meinen Chören beschäftigt und singe auch den ganzen Tag von morgens bis abends." Alexander Thern gbenötigt bei den vielen Chören auch viel Einfühlungsvermögen: "Aber, das wird einem vielfach wieder zurückgegeben, gerade, wenn ich das Feuer in den Augen meiner Sängerinnen und Sänger sehe, das ist das, was mich antreibt."

Die offizielle Auszeichnung Hamachers für seine nunmehr über 40-jährige Arbeit als Chorleiter nahm Klaus Hoffmann, der Vorsitzende des Sängerkreises Bayreuth-Hof-Kulmbach-Wunsiedel vor, auch für den Fränkischen Sängerbund und den Deutschen Chorverband.

Auch die beiden Gesangvereine von Kulmbach-Forstlahm und Kauerndorf gratulierten. Vorsitzender Michael Rief vom Gesangverein Ludwigschorgast gratulierte dem Jubiläumschor und seinem Dirigenten Hermann Hamacher auch im Namen des Sängerkreises Neuenmarkt-Wirsberg. rei