Die Tragödie um den Monaco Franze - der Absturz des gefeierten Weiberhelden in die Gosse war trauriger Schlussakkord dieser großartigen Kultserie aus den Achtzigern, die das Bayerische Fernsehen kürzlich wieder aus dem Archiv kramte.

Da werden Erinnerungen an die Holzmarkt-Brüder wach. Sie gehörten in den achtziger und neunziger Jahren zum Kulmbacher Stadtbild. Schon vormittags traf man sie irgendwo in der Innenstadt, meist am Platz, der ihnen den Namen gab, mit diversen Spirituosen an. Die meisten von ihnen hausten in der Fronveste in der Waaggasse, einer städtischen Unterkunft für Obdachlose.

Das Harald-Juhnkesche Lebensmotto ("Keine Termine und leicht einen sitzen") machten sich beileibe nicht alle von ihnen freiwillig zu eigen. Da gab es den Charly, einen Fußballfan, der später fast sämtliche Stadien in Deutschland besucht hatte, nachdem ihn ein schwerer Unfall am Burgberg aus der geordneten Bahn geworfen hat. Oder der Lampen-Joe aus Berlin, der nach Familienproblemen auf Kulmbachs Straßen gelandet ist. Natürlich gab es auch solche unter ihnen, die wegen kleinerer Delikte Stammkunden vor dem Kadi waren. Das Königlich-Bayerische Amtsgericht lässt grüßen.

Ein Andenken haben die Holzmarkt-Brüder Kulmbach aber hinterlassen. Weil sich Bürger am Anblick der trinkfesten Gesellen störten, wurde unter OB Stammberger der Genuss alkoholischer Getränke an manchen öffentlichen Orten untersagt - im Volksmund auch Holzmarkt-Brüder-Verordnung genannt. Den besagten Brüdern kann's mittlerweile wurscht sein. Sie prosten sich im weiß-blauen Bierhimmel zu - wahrscheinlich mit dem Monaco Franze.