Acht Bratwürste am Tag - für Wirtschaftsminister Martin Zeil ist das derzeit überhaupt kein Problem. Er befindet sich einmal mehr auf einer dreitägigen Bratwurst-Tour durch Franken. "Danach ist Sporteln angesagt", verriet der FDP-Politiker gestern auf dem Kulmbacher Marktplatz.
"Den kenn ich doch, ist das nicht..." Rätselraten herrschte gestern Nachmittag auf dem Marktplatz. Doch als die örtliche FDP die gelben Zelte aufbaute, trauten die Kulmbacher ihren Augen. Ja, er war es: Der Mann in legerem weißem Hemd war kein anderer als Wirtschaftsminister Martin Zeil. An der kleinen hölzernen Bude, in der die Bratwürste noch auf dem Holzkohlegrill gebraten werden, genossen er und der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Thomas Hacker, die Kulmbacher Spezialität.
Für den Minister gab's sogar "A Boor im Ganzen". Während bei Thomas Hacker Erinnerungen an seine Zeit in Kulmbach wach wurden, staunte der Minister über die Unterschiedlichkeit der Bratwürste und ließ sich gerne die Eigenheiten eines echt Kulmbacher Stollens erklären. "Ich bin ja ein Freund von den feinen Bratwürsten", schwärmte Fraktionschef Thomas Hacker und lachte.
Mit Bratwürsten hat der Wirtschaftsminister schon jede Menge Erfahrung, schließlich stammt seine Frau Barbara aus Treuchtlingen. "Ich habe eine fränkische Schwiegermutter", lachte der Wirtschaftsminister und gab offen zu, dass es sogar an Heiligabend bei Zeils immer Bratwürste gibt. Meistens gebraten und mit Kraut.
"Natürlich esse ich Bratwürste mit Senf. Der gelbe Klecks ist die richtige Würze", spielte Martin Zeil auf die Politik an. "So lange ich Wirtschaftsminister bin, wird es eine Einheitsbratwurst nicht geben. Und ich bin auch dafür, dass jeder das essen soll, was ihm schmeckt. Wir sind gegen eine Regulierungswut", sagte er.
Seine Bratwurst-Tour führte ihn von Hof über Hirschaid, Fochheim und Bayreuth nach Kulmbach. In Coburg füllte der Minister sogar selbst Bratwurstteig in die Därme ab. Die Tour dient auch dazu, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. "Die Leute kommen auf mich zu. Es beschäftigt die Leute, wie es weitergeht, wenn wirklich ein Regierungswechsel kommen würde. Oft tragen die Menschen auch regionale Themen an mich heran", so Zeil.