Minigolf ist für Bernd Heublein schon das ganze Leben lang der Sport Nummer eins. Mit fünf Jahren hat er angefangen: mit seinen Eltern, die im Verein aktiv sind, und seinem Bruder. Jetzt will der 34-jährige Informatiker, der Jugendwart des ersten fränkischen Minigolf-Clubs Lichtenfels ist, im Burgkunstadter Center einen Schnupperkurs für Kinder ab zehn Jahren geben.

"Minigolf ist nicht nur ein Spaß, man kann es auch richtig als Sport betreiben - dann macht es auch noch mehr Spaß", sagt Heublein, der ziemlich erfolgreich ist.


Drei Mal Bezirksmeister

Drei Mal hintereinander hat er den Titel des Bezirksmeisters geholt, liegt bayernweit auf Platz 36 und deutschlandweit auf Platz 275 von mehr als 3300 Turnierspielern. An einem durchschnittlichen Tag, an dem ihm kein sonderlich guter Score gelingt, braucht er für die 18 Bahnen im Indoor-Minigolfcenter in Burgkunstadt 23 Schläge. Sind es mehr als 26 Schläge, ist er ziemlich am Boden. "Ich muss üben", sagt er dann zu sich und hängt meist eine Extra-Runde an. Bei vielen Bahnen locht er mit dem ersten Schlag ein, manchmal braucht er zwei.

"Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, Minigolf als Hobby und als ernst zu nehmenden Sport bekannter zu machen", sagt Heublein. Genau aus diesem Grund bietet er erstmals einen Schnupperkurs für Jugendliche ab zehn Jahren an. "Wir müssen diesen leider auf zwölf Teilnehmer beschränken", so Heublein. Derzeit habe der Erste Fränkische Minigolf-Club Lichtenfels zwei Jugendliche mit 13 Jahren in seinen Reihen. "Es sind gute Spieler. Aber es könnten mehr sein."


Für jede Bahn ein anderer Ball

Minigolf spielt man mit einem Schläger - im Gegensatz zum Golf auf der großen Wiese, aber mit vielen Bällen. Für jede Bahn nimmt man einen anderen Ball", erklärt Heublein. Die Bälle gibt es in mehreren Farben und von unterschiedlichen Herstellern. Viel interessanter sind aber Gewicht, Größe und Sprunghöhe. Außerdem kommt es darauf an, ob die Bälle lackiert sind oder nicht. Persönlich nennt Heublein schon mehr als 300 Bälle sein eigen. Jeder kostet im Durchschnitt 16 Euro. "Es gibt auch Sammlerbälle, die schon längst vergriffen sind. Manche zahlen für solch einen Ball hundert Euro und mehr. Solche habe ich aber nicht", so Heublein.

Die Regeln beim Minigolf sind eigentlich selbst erklärend. Man schlägt den Ball irgendwo im Rechteck am Anfang der Bahn ab. Dann muss er die rote Linie überqueren. Tut er dies nicht, muss wieder am Abschlag begonnen werden. "Was auch viele Leute nicht wissen, ist, dass es keinen Strafschlag gibt, wenn der Ball das Hindernis verlässt. Man darf dann da, wo der Ball rausgeflogen ist, den Ball an der Linie wieder einlegen."

Pro Bahn sind maximal sechs Schläge erlaubt. Wenn der Ball dann nicht im Loch ist, werden sieben Punkte aufgeschrieben. "Beim Vulkan muss man den Ball von der Mitte wegspielen - es kommt nur auf das Tempo an, schon ist der Ball drin." Auch bei der Schüssel, die ein bisschen aussieht wie eine mit Granulat gefüllte gelbe Blume, ist für den Trainer ein Ass Pflicht - genau wie an der letzten Bahn in Burgkunstadt, dem V. Die steigt zum Endkreis hin deutlich an, der Ball muss an einem V-förmigen Hindernis vorbei ins Loch. Mit zu wenig oder zu viel Schwung kommt der Ball immer wieder zum Abschlag zurück. Für viele ist diese Bahn der Horror, einfach unspielbar. "Aber wenn man leicht nach links spielt und das V nicht berührt, ist der Ball drin", verrät Heublein seinen Trick und zeigt auch gleich, dass seine Anregung klappen kann.


Ruhe und Geduld notwendig

"Beim Minigolf braucht man nur Ruhe, ein bisschen Geduld und eben Lust, zu spielen. Für mich ist das ein schöner Ausgleich zu meinem Beruf", sagt Heublein, der hofft, dass er den Nachwuchs begeistern kann. Aktuell hat der erste Fränkische Minigolf-Club nur neun Aktive und zwei Jugendliche. Tendenziell können übrigens Männer und Frauen, Jungs und Mädchen gleich gut spielen. "Aber es gibt mehr Männer, die minigolfen."



Schnupperkurs

Termin Am 9. Januar von 10 bis 14 Uhr findet im Minigolf-Center Burgkunstadt der Schnupperkurs mit Profiausrüstung statt. Trainer Bernd Heublein hat verschiedene Schlägertypen und vor allem verschiedene Bälle zum Ausprobieren dabei, erklärt die Spielregeln und zeigt Schlagtechniken.

Anmeldung bis 6. Januar an der Kasse des Minigolf-Centers Die Gebühr beträgt fünf Euro pro Person.