Gemeinsam habe man das Schulschiff durch alle Flauten und Stürme und um alle Klippen herum gesteuert. Daran sei von Anfang an die ganze Besatzung im offenen Miteinander vertrauensvoll beteiligt gewesen. Wichtig sei für ihn auch immer das harmonische Miteinander im Elternbeirat gewesen.
Mit 22 Jahren trat Richter seine erste Lehrerstelle in der Blaich an. Da war er gerade mal sieben bis acht Jahre älter als die damals 44 Achtklässler der Schule. "Um da bei Ausflügen als Lehrer erkannt zu werden, habe ich mir nach den ersten Verwechslungen eine Krawatte umgebunden."
Man komme schon etwas ins Grübeln, wenn man an einer solchen Wegmarkierung Rückschau halte und gleichzeitig nach vorne blicke. "Ich habe in meinem bisherigen Leben schon einige Stürme und Unwetter überstehen müssen, hatte aber auch immer viel Glück und gute Freunde und Wegbegleiter", schloss er das letzte Kapitel seiner Schullaufbahn ab.
Um die Zukunft seiner Schule mache er sich keine Sorgen. Er ist sicher, dass seine Nachfolgerin Sabine hofmann die Geschicke mit der gesamten Schulfamilie und frischem Elan bestens weiterführen wird.
"Keinem aus unserer Schulfamilie ist heute eigentlich zum Feiern zumute. Wir sind sehr traurig, dass Du jetzt in Pension gehst", sagte Lehrer Günther Zeller bei der Feierstunde im Mehrzweckraum der Grundschule. "Das ist die einzige egoistische Entscheidung, die Du in den 16 Jahren Deiner Verantwortung hier an dieser Schule getroffen hast."
Die Flötengruppe spielte "Viel Glück und viel Segen, auf all Deinen Wegen." Die Schulspielgruppe stellte Szenen der "Schule von gestern" und der "Schule von morgen" nach.
"Mitteilung an Schulzentrale: Schulrat 184 A erhebt das Wort". Das war die Ankündigung von Schulrat Mario Schmitt, der zunächst im administrativen Teil seiner Rede den schulischen und beruflichen Werdegang von Manfred Richter skizzierte, bevor er - "wir kennen uns bereits 35 Jahre" - einige persönliche Worte anfügte. "In Gesprächen über Dich werden immer wieder Deine menschlichen Züge, die Du im Umgang mit anderen pflegst, und Deine Kollegialität herausgestellt, die dich besonders auszeichnet. Jeder wird Dich in guter Erinnerung behalten."

Ein Praktiker

"Wir sind ganz, ganz zufrieden." Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzender Werner Diersch dankte Richter herzlich für die gute Zusammenarbeit. "Als Manfred Richter 1998 nach Trebgast kam, ist uns gleich aufgefallen: Da kommt ein Praktiker, ein erfahrener Pädagoge." Damals hatte man noch 150, in der Spitze sogar 180 Schüler in der Teilhauptschule, die 2005 aufgegeben werden musste. Richters Anspruch war es, nicht nur "gelehrte Esel" zu erziehen, sondern Menschen mit dem auszustatten, was sie brauchen, um im Leben bestehen zu können.
Dann bat Diersch den scheidenden Schulleiter, sich in das Gästebuch der Gemeinde Trebgast einzutragen.
Den Dank der Gemeinde Harsdorf, deren Kinder sich an diesem "Kleinod Schule" sehr wohl fühlen, statte Bürgermeister Günther Hübner, Vorsitzender der VG Trebgast, ab.