Nichts davon traf zu bei meiner kürzlichen Motorrad-Tour. Die Redewendung unterstrich schlicht und einfach die Schicksalhaftigkeit von Begegnungen.

In der Garage des Hotels traf ich einen Biker aus Aschaffenburg. Schon beim ersten Blickkontakt wusste ich es genau: Den Mann hast du schon mal gesehen.

Der Rest ist schnell erzählt: Der Dialekt des "Ascheberschers" (die Bewohner sprechen hessisch, obwohl die Stadt noch zu Unterfranken gehört), veranlasste mich zu dem Hinweis, dass isch die Sprooch noch aus meiner Bundeswehrzeit in Hammelburg gut kenne. "Dort wor isch aa - in der Kampftruppnschuul", kam sofort die Antwort. Nach drei Minuten war klar, dass wir beide ein und derselben Kompanie angehörten - er als Mitglied der Fahrbereitschaft, ich als Schrauber im Kfz-Wartungstrupp.

1979 war das. Wir konnten uns noch an verschiedene Stubenkameraden erinnern und an den "Spieß", der im Mannschaftsheim abends mit uns immer gesoffen hat.

Als wir uns zum Urlaubsende verabschiedeten, haben wir kurz gerechnet: Sollte es nochmals so lange dauern, bis wir uns wiedersehen, sind wir 95 Jahre alt. Vorsichtshalber haben wir mal die Adressen ausgetauscht. Vielleicht sieht man sich ja drei Mal im Leben...