Malteser, da denkt man doch an Schnaps? "Mag sein." Stadtbeauftragter Reinhold Müller grinst, er kennt die Geschichte. Aber auch, was hinter dem Namen der Organisation steckt, die sich der guten Sache verschrieben hat. Unabhängig von der Herkunft helfen: Das ist nämlich die Aufgabe, der sich die rund 40 Männer und Frauen in Kulmbach verschrieben haben. So wie einst die Ritter vom Malteserorden.

So katholisch aber wie früher geht es hier schon lange nicht mehr zu. "Hilfe ist Hilfe - da ist der Glaube egal." Und diese Hilfe leistet es für alle gerne, das 40-köpfige Team. Im Behindertenfahrdienst fließen Löhne für die Arbeit am Nächsten - Erste Hilfe aber, auch die Ausbildung dazu, alle Technik- und Sicherheitsunterstützung im Ernstfall oder das Kriseninterventionsteam, das alles leisten die Helfer ehrenamtlich. Genauso wie alljährlich die Betreuung der Wallfahrer von Marienweiher oder Konfirmationsdienste.

Vieles bei den Maltesern kennt man vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK). Warum dann bei den Maltesern helfen? "Sache der Einstellung." Und die stimmt generell in der Region. "Ob Feuerwehr, THW oder wir: Alle ziehen an einem Strang", sagt Müller. Kein Wunder, dass bayernweit gerne vom "Kulmbacher Modell" die Rede ist, wenn vorbildlich zusammengearbeitet wird - ob bei Hochwassereinsätzen und Vermisstensuchen, oder auch auf der Bierwoche.

Heinz Mayer steht wie kein anderer für die Malteser in Kulmbach - ein Mann der ersten Stunde. Die Gründung 1980 sei nicht leicht gewesen: "Es gab keine Unterstützung, wir sind eher verteufelt worden nach der Abspaltung vom BRK." Heute sieht das anders aus: Die Malteser sind nicht mehr wegzudenken aus dem Reigen der Hilfskräfte. Unter anderem auch als "Unterstützungsgruppe Sanitätsdiensteinsatzleitung" (UG SanEL), die im Ernstfall Einsatzleiter oder Notärzte bei Koordination, Schreibarbeiten und anderen Aufgaben entlastet.

Nach über 30 Jahren als Stadtbeauftragter - und auch als jahrelanger Fahrdienstleiter - blickt Mayer heute mit Stolz auf das, was entstanden ist. Nicht nur auf einen funktionierenden Hilfsdienst mit Fahrdienst und jede Menge helfender Hände, sondern auch auf eine schmucke Dienststelle samt Kleiderkammer in der Siedlung. Letztere hält jeden Dienstag von 17 bis 19 Uhr Kleidung für Hilfsbedürftige bereit.

Und dann ist da noch das neue Baby: ein für 32 000 Euro aus US-Army-Beständen angeschaffter 7,5-Tonner, der für rund 15.000 Euro zum Einsatzfahrzeug aufgemöbelt wurde. Die Weihe des Fahrzeugs für Technik und Sicherheit findet an diesem Samstag um 11 Uhr statt. Eher nüchtern, denn: Dienst ist Dienst - und Malteser ist eben nicht immer Schnaps.

Der Malteser Hilfsdienst feiert am Samstag, 2. Mai, sein 35-jähriges Bestehen und lässt das neue Fahrzeug weihen. Beginn ist um 11 Uhr in der Dienststelle in der Siedlung, Augustinerstraße 5.