Wer soll den Radweg im Zentbachtal planen? Darüber diskutierte am Montagabend der Mainleuser Gemeinderat.

Angestoßen hatte die Debatte Günther Stenglein von den Freien Wählern. "Gibt es kein Büro aus der Region?", fragte er. Und stieß damit vor allem bei Erich Luthardt (ABL) auf offene Ohren.

Luthardt, der selbst Geschäftsführer in einem Planungsbüro ist, ärgerte es richtig, dass der Auftrag nicht im Landkreis bleiben sollte: "Es gäbe doch Kulmbacher Büros", erklärte er dem Gremium. Den Zuschlag für die Grundlagen- und Vorplanungen sollte auf Vorschlag der Verwaltung die Pegnitzer Niederlassung des Ingenieurbüros BaurConsult aus Haßfurth erhalten.

Stellvertretender Bauamtsleiter Frank Wiesel verwies auf gute Erfahrungen mit den Pegnitzern, die schon mit der Gemeinde zusammengearbeitet hätten. "Zu unserer vollsten Zufriedenheit."

Rückendeckung erhielt er von Bürgermeister Robert Bosch (CSU): "Das Büro ist erfahren und hat einen kompetenten Eindruck gemacht", betonte er. Und wenn die Verwaltung zufrieden sei, dann sei das auch für ihn ein Kriterium.

Detlef Weißmann (SPD) regte an, wenigstens für die weiteren Planungen ein Kulmbacher Büro zu nehmen. Das stieß bei Wiesel erneut auf wenig Gegenliebe: "Es ist immer schlecht, zwischendrin zu wechseln. Das ist dem Vorhaben meist nicht förderlich."


Vier waren dagegen

Letztlich vergab das Gremium gegen die Stimmen der ABL (Erich Luthardt, Erich Schiffelholz, Brigitte Lauterbach) und Michael Marx (SPD) den Auftrag an die Pegnitzer.

Die werden für rund 25 000 Euro nicht nur Trassenvarianten für den Radweg suchen, sondern gleich mit überprüfen, ob diese auch machbar sind. "Damit sollen spätere Probleme mit dem Wasser- und Umweltschutz ausgeschlossen werden", so Wiesel. Der Grunderwerb beziehungsweise die Kaufverhandlungen würden erst beginnen, wenn der Trassenverlauf festgelegt ist.

Und noch ein weiteres Bauprojekt beschäftigte den Gemeinderat: Auf Anregung von mehreren Bürgern sollte geprüft werden, ob mit dem Ausbau der Straße nach Heinersreuth nicht gleich die Stromkabel mit in die Erde verlegt und so auf die Freileitung verzichtet werden könnte.

Mit diesem Anliegen habe sich die Bauverwaltung an die Bayernwerk AG gewandt, erklärte Frank Wiesel. Von dort habe man allerdings die Aussage erhalten, dass diese Maßnahme nicht wirtschaftlich sei und man deshalb von einer Erdverkabelung absehe. Wenn eine Erdverkabelung dennoch erfolgen sollte, müsste sie die Gemeinde alleine zahlen. Hinzu komme, dass ein Vollausbau der Straße im Ort abgelehnt wurde und für die Erdverkabelung deshalb ein zusätzlicher Graben angelegt werden müsste - ebenfalls zulasten der Gemeinde. Mit Blick auf die Kosten sahen die Gemeinderäte dann auch von einer Erdverkabelung ab.

Dann war da noch der Bebauungsplan "Siebenbürgen" in Willmersreuth. Bauamtsleiter Hans-Georg Busch verwies auf ein "sehr gutes Gespräch mit den Grundeigentümern". Deren Wünsche seien aufgenommen worden. Mit dem Aufstellungsbeschluss brachten die Räte am Montag das Verfahren in Gang.

Weitere Punkte in Kürze:

Patersbergturm Die Sanierung des Patersbergturms hat der Gemeinde 99 000 Euro gekostet. Die Schlussrechnung lag dem Gemeinderat am Montagabend vor. Ursprünglich waren für das Projekt 93 000 Euro angesetzt. Die Mehrkosten ergaben sich aus Nachträgen aufgrund der Sicherheitsüberprüfung (unter anderem war eine Geländer-Erhöhung nötig).

Grundschuldach Die energetische Sanierung des Grundschuldaches soll Anfang April beginnen. Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung, die wirtschaftlichsten Angebote für die Gerüstaufstellung, Klempnerarbeiten, die Fenstermontage und natürlich die Dachdeckerarbeiten anzunehmen.

Internet Grünes Licht gab es für den weiteren Ausbau des Breitbands. In Genuss kommen jetzt Ortsteile wie Eichberg und Schwarzholz, die von der ersten Stufe nicht profitiert hatten.

Empfang Auch im nächsten Jahr wird der Markt Mainleus wieder eine Festsitzung durchführen, in deren Rahmen besondere Verdienste um das Ehrenamt oder die Marktgemeinde gewürdigt werden sollen. Der anschließende Empfang soll der Kontaktpflege zwischen Kommune, Bürgern, Wirtschaft und Ehrenamt dienen und ein Dankeschön der Gemeinde für die Leistungen im vorangegangenen Jahr darstellen. Als Termin wurde der 3. Januar 2018 festgelegt.