Das Mönchshof-Bräuhaus war Schauplatz der oberfränkischen Braugerstenschau 2016 und der Saal von Händlern, Erzeugern, Mälzern und Brauereivertretern gut gefüllt. Der erste Preis im Regierungsbezirk ging mit 22 Punkten für die Sorte Catamaran an Richard Lehner, Pegnitz-Körbeldorf. Zweiter wurde Roland Kolb aus Wonsees-Großenhül ebenfalls für die Sorte Catamaran mit 21 Punkten vor dem Drittplatzierten Wilhelm Pfeufer Scheßlitz-Neudorf mit 20 Punkten.

"Die oberfränkische Sommergersten-Anbaufläche hat heuer noch einmal 8,8 Prozent oder 2829 Hektar gegenüber dem Vorjahr 2015 verloren. 2016 standen 29194 Hektar Braugerste (32 023 Hektar 2015) auf den oberfränkischen Feldern, was etwa 14 Prozent der gesamten Ackerfläche entspricht", sagte Landwirtschaftsoberrat Friedrich Ernst vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bayreuth.
Damit liege der Anbau deutlich unter dem Tiefstand im Jahr 2010 mit 31 897 Hektar. Die Flächen wurden bereits im Herbst 2015 stärker mit Winterraps (plus 1200 Hektar) und auf Grund der schlechten Futtererträge auch mit Silomais (plus 1000 Hektar) angebaut.

Die Ernte erfolgte wegen der wechselhaften Witterung oft ab Mitte August und damit bis zu zwei Wochen später als im Vorjahr. Ein Großteil wurde in guter Qualität eingebracht. Die Ernteergebnisse erbrachten bayernweit 52,9 Doppelzentner pro Hektar bei 10,6 Prozent Rohprotein und 86,7 Prozent Vollgerste. Somit liegt der Schnitt nochmals zehn Prozent niedriger als 2015.


Weltrekordernte

Bei einem geschätzten Braugerstenanteil von 75 Prozent ergebe sich ein Braugerstenaufkommen von 107 300 Tonnen, das seien 18 Prozent weniger als im Vorjahr. "2016 ist die Ernte unterdurchschnittlich und 2017 mit einer stärkeren Anbaufläche zu rechnen", hieß es.
Wie es in Sachen Preissituation weitergeht, ist offen, der Vertragsanbau sollte aber weiterhin ein gutes Standbein bleiben", sagte Ernst.

Bei den Braugerstenmustern überwog die Sorte Solist mit 34 Prozent und deutlichem Vorsprung vor Catamaran mit 24 Prozent, "Das Produkt Braugerste war auch in diesem Jahr gut in der Ernte. Auch Raps und Weizen wurden mit hohen Erträgen von der Äckern geholt", sagte der Vorsitzende des Braugerstenvereins, Erhard Hildner. Die Weltmarktnotierungen lagen in den Erntewochen beim Preis auf dem Tiefpunkt. Die Brauer und Mälzer müssten bereit sein, für gute Gerste einen guten Preis zu bezahlen, so Hildner.

Es war ein interessantes Jahr für die Anbauer, wurde doch die dritte Weltrekordernte hintereinander eingefahren, daher auch der extreme Druck auf die Preise. In allen bayrischen Regierungsbezirken war zehn Prozent weniger Braugerste im Anbau, es sollten aber über 50 Prozent des Jahresbedarfs an heimischer Braugerste bleiben, so Greif. Beizubehalten sei auch die Auflage des Kulturlandschaftsprogramms mit mehrjähriger Fruchtfolge, was für die Franken eine Gleichbehandlung in Bayern wäre.

"Im Braugerstenverein sind die Mälzer und Brauer mit im Boot und dieser sei deshalb eine wichtige Einrichtung, weil er alle Akteure zusammen bringt", betonte der stellvertretende Kulmbacher Landrat Jörg Kunstmann.