Das Unternehmen hat am Mittwoch beim Amtsgericht Augsburg Insolvenz angemeldet. Der Insolvenzverwalter und die Geschäftsführung loten derzeit Möglichkeiten aus, wie der Betrieb fortgeführt werden kann, meldet die "Augsburger Allgemeine".

850 Mitarbeiter in ganz Deutschland sind betroffen. Einziger oberfränkischer Standort ist seit 2015 das Frische-Center in der E.-C.-Baumann-Straße in Kulmbach. Für die Kunden, die sich dort mit Wurstwaren eindecken oder sich für die beginnende Grillsaison rüsten wollen, ändert sich zunächst gar nichts. "Der Betrieb geht weiter wie bisher. Wir sind im Insolvenzverfahren, da kann man momentan noch nichts Genaues sagen", so eine Unternehmenssprecherin in Landsberg auf Anfrage der Bayerischen Rundschau.

Vor zehn Jahren hatte Lutz rund hundert Mitarbeiter im Kulmbacher Werk beschäftigt. Doch 2006 zogen die ersten dunklen Wolken über dem Standort auf, 30 Beschäftigte wurden gekündigt. Das Aus für das Werk kam dann am 1. Mai 2007, nachdem sich sowohl Oberbürgermeister Henry Schramm als auch Landrat Klaus Peter Söllner vergeblich für dessen Erhalt eingesetzt hatten. Der damalige Lutz-Vorstandsvorsitzende Norbert Barfuss war zu keinen Zugeständnissen bereit, obwohl die beiden Kommunalpolitiker dem bayerischen Landwirtschaftsminister Miller eine Zusage für Höchstfördersätze zugunsten des Unternehmens abgerungen hatten. Die 64 Mitarbeiter in der Produktion verloren ihre Arbeit. Barfuss hatte lediglich versichert, dass das Frische-Center" und die damals noch existierenden Verkaufsstellen im Landkreis bleiben.

Die Unternehmensleitung verlagerte damals die komplette Produktion ins sächsische Chemnitz, Investitionen in den Standort Kulmbach wurden deshalb ausgeschlossen.

Im Frische-Center in der E.-C.-Baumann-Straße arbeiten aktuell noch sieben Personen - vier Metzger in Vollzeit, eine Halbtagskraft und zwei Aushilfen. Befürchtungen, den Arbeitsplatz zu verlieren, sind dort trotz der Insolvenz offenbar kein Thema. "Ich bin seit 38 Jahren bei der Firma und habe schon so viel erlebt. Ich habe keine Angst", sagte gestern ein Metzger, der ungenannt bleiben will. Er geht fest davon aus, dass es in Kulmbach weitergeht.
Das Unternehmen, zu dessen Kunden unter anderem Aldi, Lidl, Edeka und Rewe gehören, hatte offenbar schon seit längerer Zeit mit Problemen zu kämpfen. "Wir sind überschuldet und zahlungsunfähig. Das Steigen der Schweinepreise hat uns den Rest gegeben", wird Geschäftsführer Werner Wolf von der "Augsburger Allgemeinen" zitiert.